Dominanz in Perfektion: Kofoid erobert den Huset’s Speedway bei den World of Outlaws

Dominanz in Perfektion: Kofoid erobert den Huset’s Speedway bei den World of Outlaws
Foto: World of Outlaws / Tyler Carr Photos

Auf dem Huset’s Speedway dominierte Michael Kofoid das Rennwochenende der World of Outlaws – Der Kalifornier feierte zwei Siege – Lediglich Sheldon Haudenschild und David Gravel konnten ihn schlagen

Eine derartige Dominanz, wie sie Michael „Buddy“ Kofoid auf dem Huset’s Speedway an den Tag legte, hat die World of Outlaws Sprint Car Series lange nicht mehr erlebt. Der aus Penngrove, Kalifornien, stammende Pilot ging als Favorit in das Rennwochenende und war am Ende um zwei Siege reicher. Über das gesamte Event hinweg waren es lediglich Sheldon Haudenschild und David Gravel, die ihn bezwingen konnten.

Nachdem Kofoid im ersten Lauf des Wochenendes von Rang vier gestartet war, dauerte es gerade einmal 15 Runden, bis er die Spitzenposition eroberte. Ein wenig Spannung kam zwar noch einmal auf, als Haudenschild die Lücke schloss, nachdem Kofoid in den Kurven 3 und 4 an der äußeren Begrenzung leicht ins Straucheln geraten war. Doch der Kalifornier brauchte nicht lange, um seinen Vorsprung wieder auf ein komfortables Maß auszubauen. Er fuhr souverän zum Sieg und sicherte sich das Preisgeld in Höhe von 20.000 US-Dollar.

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„Dylan [Buswell], Nate [Knotts] und Gage [Tyra] haben den ganzen Abend über einen extrem guten Job gemacht“, lobte Kofoid sein Team nach dem Rennen. „Ich weiß gar nicht, was ich sonst sagen soll. Sie stellen mir einfach immer wieder ein Auto hin, mit dem ich fahren kann, wo immer ich will. Überholen und Tempo machen – ich will nicht sagen, dass es spielend leicht ist, aber es fühlt sich einfach unglaublich natürlich an. Das habe ich ganz allein ihnen zu verdanken.“
Ein historischer Meilenstein im zweiten Lauf

Im zweiten Lauf des Wochenendes, einem Rennen über 40 Runden, startete der Roth-Motorsports-Pilot direkt von der Pole-Position. Am Steuer seiner Startnummer 83 fackelte er nicht lange und erarbeitete sich zügig einen frühen Vorsprung, während das Feld hinter ihm harte Positionskämpfe lieferte.

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr Photos

Kofoid pflügte durch den dichten Überrundungsverkehr. Auch wenn es vereinzelt so aussah, als würde Haudenschild nah genug für eine Attacke herankommen, fand Kofoid den nötigen Speed, um das nächste überrundete Fahrzeug hinter sich zu lassen. In der letzten Runde kam die Nummer 18 von KCP Racing zwar noch einmal gefährlich nah, doch es reichte nicht, um Kofoids nächsten Sieg zu verhindern.

Mit seinem insgesamt achten Sieg auf dem Huset’s Speedway gewann Kofoid insgesamt 7 der letzten 9 Rennen in Brandon, South Dakota. Hinter Kofoid erlebte Haudenschild einen weiteren starken Abend. Er stellte seinen KCP-Racing-Boliden zum sechsten Mal in Folge auf das Podium und sicherte sich den zweiten Platz.

„Ich denke, unser Auto war absolut auf Augenhöhe mit seinem“, analysierte Haudenschild. „Es lief am Ende einfach so, wie es lief. Er kennt diesen Ort wie seine Westentasche, aber ich habe das Gefühl, dass ich hier ebenfalls ziemlich gut zurechtkomme. Die Überrundeten waren heute Abend wirklich eine Herausforderung. Die äußere Linie war extrem dominant, während die untere Spur kaum Grip bot.“

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Haudenschild schlägt zurück

Sein Potenzial schöpfte der KCP-Racing-Pilot schließlich in der darauffolgenden Nacht aus, nachdem er sich zuvor in drei Rennen in Folge mit dem zweiten Platz hatte begnügen müssen.

Haudenschild startete von Rang 5 ins Rennen, fiel in den ersten Runden jedoch zunächst auf die siebte Position zurück. Das Blatt wendete sich erst ab Rennhalbzeit zu seinen Gunsten: In nur drei Runden stürmte der Pilot aus Ohio vom sechsten auf den dritten Platz nach vorn. Wenige Runden später übernahm er die zweite Position, bevor er zur Jagd auf den Führenden Logan Schuchart blies.

Der Rückstand schmolz dahin, bis Haudenschild sechs Runden vor Schluss die innere Linie für sich nutzte, während Schuchart im dichten Verkehr feststeckte. Zwar versuchte Donny Schatz in der Endphase noch einmal sein Glück, doch dem zehnmaligen Champion gelang es nicht mehr, die Spitzenposition zu erobern.

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„Es fühlt sich großartig an“, freute sich Haudenschild im Anschluss. „Ich bin einfach nur auf morgen fokussiert. Das ist alles, was ich gewinnen will, aber der heutige Abend war schon mal fantastisch. Ich habe anfangs ein paar Plätze verloren und musste einfach dranbleiben, geduldig sein und schauen, wo die anderen Jungs hinfahren, um mich dann innen vorbeizuschleichen. Ich bin an der 17 [Spencer Bayston] vorbeigekommen, genauso wie an der 28 [Conner Morrell]. Die 17B [Bill Balog] hing ziemlich stark auf der äußeren Linie fest, und ich bin wirklich froh, dass er nicht nach unten gezogen ist. Als ich erst mal Zweiter war, habe ich die 1S [Logan Schuchart] gar nicht mehr gesehen.“

„Ich wusste, ich muss einfach nur meine Ideallinie treffen“, analysierte der Sieger weiter. „Das habe ich Runde für Runde perfekt geschafft. Als ich ihn [Schuchart] dann endlich eingeholt hatte, hatte ich das Gefühl, die Linie ein paar Mal in Folge verfehlt zu haben – aber am Ende hat es trotzdem gereicht.“

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Gravels Comeback im Finale

Gravel, der nach einem vierten Platz zunächst noch gefrustet in das Finale des Wochenendes gegangen war, qualifizierte sich mit einem souveränen Sieg im dritten Heat-Race für das 40-Runden-Hauptrennen.

Als die grüne Flagge fiel, schoss Gravel sofort an die Spitze. Der aus Watertown, Connecticut, stammende Pilot baute sich in der ersten Rennhälfte eine komfortable Führung auf. Tyler Courtney kämpfte sich etwa zur Rennhalbzeit von Platz acht auf den zweiten Rang vor und schien bereit, Gravel herauszufordern.

Doch der Pilot der orange-schwarzen Nummer 2 wechselte exakt im richtigen Moment die Spur und nahm Courtney so geschickt die Linie. Bei einem späteren Restart versuchte Courtney zwar noch einen Slide-Job, der jedoch nicht aufging. Gravel fuhr unangefochten zum höchsten Preisgeld in der Geschichte der World of Outlaws.

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„Mann, was für eine Nacht! Was für ein Comeback nach dieser Woche“, erklärte ein sichtlich erleichterter Gravel. „Ich hatte das Gefühl, dass uns in dieser Woche absolut nichts in den Schoß gefallen ist. Jeder war irgendwie frustriert. Wir haben buchstäblich jedes Mal, wenn wir auf die Strecke gefahren sind, ein anderes Setup ausprobiert und immer weitergearbeitet. Cody hat dann schließlich etwas gefunden, und das hat extrem gut funktioniert.“

„Von Mittwoch bis heute haben wir eine Menge Änderungen am Auto vorgenommen und uns buchstäblich den Hintern aufgerissen, um heute Abend in dieser Position zu sein“, resümierte Courtney, der als Zweiter ins Ziel kam. „Ich denke, wir waren bis kurz vor Schluss ziemlich stark dabei. Bei dem einen Restart hatte ich das Gefühl, einen guten Schwung mitzunehmen, kam aber nicht nah genug heran, um ihn [Gravel] dazu zu zwingen, vom Gas zu gehen. Ich war mir ziemlich sicher, dass er versuchen würde, außen an mir vorbeizufahren, also habe ich versucht, so schnell wie möglich nach oben zu kommen. Es hat einfach knapp nicht gereicht.“

Das nächste Spektakel der Sprint Cars steht bereits in der kommenden Woche an: Mit zwei Rennabenden geht es nach „America’s Dairyland“ (zu Deutsch: Amerikas Molkereiland) – genauer gesagt auf den Cheddar Lake Speedway, dessen Name passenderweise an einen Käse erinnert.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.