Im Jahr 2014 machte Patrick Heckhausen seinen ersten Ausflug zum Raceway Venray. In einem geliehenen Late Model ging der junge Krefelder auf die halbe Meile der Motorsportarena in Ijsselsteyn. Dies war zugleich seine erste Erfahrung in Sachen Motorsport. Sofort war Patrick angefixt und kündigte an die volle Saison 2015 auf dem Raceway Venray zu bestreiten. Es folgte der Aufbau eines der schönsten Autos im aktuellen Feld. Der Camaro, der von Hendriks Motorsports aufgebaut wurde, erntete viele neugierige Blicke.

Heckhausens erster Ausritt im Jahr 2014 © André Wiegold

Heckhausens erster Ausritt im Jahr 2014 © André Wiegold

Mit nur der einen Erfahrung aus dem Jahre 2014 ging es am Ostermontag 2015 zum ersten Renntag der neuen Saison. Zu Beginn hatte Patrick noch recht bescheidende Ziele: Eine kleine stetige Steigerung in den Rundenzeiten und insbesondere das Ankommen ohne Schaden. Sein erstes Rennen beendete Patrick auf einem beachtlichen 12. Platz. Den zweiten Lauf am Ostermontag beendete er auf dem 15. Rang. Im Finale kam er als 13. ins Ziel. Das Ziel war erreicht. Heckhausen konnte sich im Mittelfeld halten und das Auto heile über die Ziellinie bringen.

Heckhausens erster Ausritt im neuen Camaro 2015 © André Wiegold

Heckhausens erster Ausritt im neuen Camaro 2015 © André Wiegold

Im Rahmenprogramm der NASCAR Whelen Euro Series durfte Patrick gleich eine neue Erfahrung machen. Im Rahmenprogramm der NASCARs ging er zu in den V6-Pickups an den Start. Diese wurden als Demo-Rennklasse eingesetzt. Patrick konnte somit weitere wichtige Erfahrung auf dem Oval sammeln. Das Auto verhielt sich völlig anders und sind technisch anders ausgestattet als die Late Models. Diese Erfahrung war für Patrick Heckhausen sicher sehr wichtig.

Patrick sammel Erfahrung im Pickup Truck © André Wiegold

Patrick sammelt Erfahrung im Pickup Truck © André Wiegold

Am Pfingstmontag stand dann der zweite Lauf der Saison auf dem Programm. Mit den neuen Erfahrungen im Rücken ging Patrick in die Rennen. Der Rookie wusste schon am zweiten Renntag zu überraschen. Mit neuem Setup holte sich der junge Krefelder den fünften Platz im ersten Lauf des Tages. Im zweiten Lauf wurde Patrick auf dem 12. Rang gewertet. Im Finale bestätigte er seine Form und holte den siebten Platz. Schon nach kurzer Zeit war eine rasante Entwicklung zu sehen. Die Rundenzeiten wurden geringer und er wurde stets mutiger auf der Rennstrecke.

Heckhausen im Fahrerlager © André Wiegold

Heckhausen im Fahrerlager © André Wiegold

Am 28. Juni 2015 wurde der Eurocup der Late Models ausgetragen. Schon im ersten Lauf des Tages ging es um die begehrte Trophäe. Für Patrick war der erste Platz in diesem Rennen nicht das Ziel, sondern eine passable Platzierung. Er konnte mit einer souveränen Leistung den neunten Rang erreichen. Im zweiten Rennen des Tages brach er seinen Rekord in Sachen Platzierung mit einem vierten Platz. Die große Überraschung war das Finale an diesem Renntag. Nach vielen Crashs konnte Patrick seinen ersten Sieg auf der halben Meile feiern. Ganz nach dem Motto „to win you have to finish“ hielt sich Patrick aus den Scherereien heraus und überquerte die Ziellinie vor seinen Konkurrenten! Seit diesem Tag wurde Patrick stets hungriger und die Ziele wurden heraufgesetzt. Patrick wollte ab diesem Zeitpunkt vorne mitfahren.

Patrick feiert seinen ersten Sieg © André Wiegold

Patrick feiert seinen ersten Sieg © André Wiegold

Das Worldcup Wochenende im August fiel buchstäblich ins Wasser. Trotzdem wurden auf nasser Strecke einige Läufe gestartet. Den ersten Lauf am Samstag, noch im Trockenen, beendete Patrick auf dem 10. Rang. Den zweiten und letzten Lauf des Tages bestritt Patrick, wie viele andere Fahrer, nicht, da die Strecke zu nass war. Seine Worte zu mir waren am Samstag sinngemäß, dass er im Nassen nicht fahren würde. Diese Aussage widerlegte er jedoch bereits am Sonntag. Wieder regnete wie aus Eimern. Patrick ging auf die Strecke, stellte seinen Wagen im ersten Lauf jedoch im Innenfeld ab. Den zweiten Lauf beendete er trotz nasser Strecke auf dem 10. Platz. Im Finale trat er jedoch wiederum nicht an. Die Aussage nach den Rennen im Regen lautete in etwa: Das Auto muss in der Zukunft so ausgestattet werden, damit es möglich ist im Regen zu fahren. Damit sind eine bessere Belüftung und ein Scheibenwischer gemeint.

Ein seltenes Bild: Heckhausen stellt seinen Wagen ab © André Wiegold

Ein seltenes Bild: Heckhausen stellt seinen Wagen ab © André Wiegold

Am 27. September ging es wieder auf das Oval und um wichtige Punkte in der Meisterschaft. Patrick Heckhausen bestätigte die Formkurve und schloss das erste Rennen auf dem sechsten Rang ab. Den zweiten Lauf beendete der Krefelder auf dem gleichen Platz. Das Finale schloss er ebenfalls auf dem sechsten Rang ab. Damit konnte man die Stärke des jungen Rennfahrers erkennen: Konstanz. Patrick lieferte viele beständige Rennen ab und schied kaum aus. Diese Kontinuität machte ihn zu einem erfolgreichen Fahrer in der Meisterschaft.

Heckhausen und Oberndorfer lieferten sich tolle Duelle © André Wiegold

Heckhausen und Oberndorfer lieferten sich tolle Duelle © André Wiegold

Am letzten Renntag rief Patrick ein hohes Ziel aus. Er wollte unbedingt den dritten Rang in der Meisterschaft erreichen. Auf Platz Vier gewertet musste Heckhausen Patrick van Eck hinter sich lassen, um diesen in der Meisterschaftswertung zu überholen. Dieses Unterfangen sollte kein Leichtes werden. Van Eck konnte den ersten Lauf auf dem 5. Platz beenden. Patrick kam nur als 14. ins Ziel. Somit war der Traum vom dritten Platz in weite Ferne gerückt. Im zweiten Rennen zeigte Patrick was er kann und kam auf dem dritten Platz ins Ziel. Van Eck sicherte sich Platz Sechs. Im Finale holte Patrick Heckhausen den 13. Platz. Van Eck schlug den jungen Krefelder mit dem siebten Platz. Damit wurde das Ziel leider verfehlt.

Heckhausen vor Van Eck! Am Ende reichte es nicht für den dritten Meisterschaftsplatz © André Wiegold

Heckhausen vor Van Eck (#61)! Trotzdem nur der vierte Meisterschaftsplatz © André Wiegold

Der vierte Rang in der Meisterschaft mit 731 Punkten ist allerdings alles andere als eine Enttäuschung. Patrick konnte sich in seiner allerersten vollen Saison als Rennfahrer bereits unter den Top-5 etablieren. Er bestach mit einer ungeheuren Konstanz. Mit mehr Erfahrung wird Patrick sicher bald ein Kandidat für die Meisterschaft. Jedoch muss man immer bedenken, dass Patrick noch ganz am Anfang seiner Karriere steht. Der Rookie entwickelte sich schnell zu einem ernst zunehmenden Konkurrenten im Feld des LMV8 Supercups. Ich freue mich bereits jetzt auf die neue Saison, wenn Patrick Heckhausen wieder auf die Jagd nach Punkten geht. Wir dürfen gespannt sein, was Patrick in der neuen Saison zu leisten vermag. Seit dieser Saison wissen wir: Patrick Heckhausen ist immer für eine Überraschung gut.

Vielen Dank Patrick, dass du „leadlap.de“ auf allen Boliden in der Saison 2015 getragen hast. Das ist eine Ehre für mich!

Patrick Heckhausen und Stefan Oberndorfer auf dem Podium © André Wiegold

Patrick Heckhausen und Stefan Oberndorfer auf dem Podium © André Wiegold