0,0233 Sekunden fehlten: Warum David Malukas nach dem Indy 500 in Tränen ausbrach
Penske Pilot David Malukas verpasste seinen ersten IndyCar Sieg in Indianapolis um winzige Bruchteile einer Sekunde – Der emotionale Amerikaner vergoss nach dem extrem knappen Zieleinlauf gegen Felix Rosenqvist bittere Tränen
David Malukas verlor das Indy 500 auf die wohl denkbar frustrierendste Weise. Bis zur letzten Kurve hatte der 24-jährige Penske-Pilot die Nase vorn. Der Sieg beim wichtigsten Rennen der IndyCar-Serie schien zum Greifen nah, zumal sich seine Kontrahenten im Rückspiegel gegenseitig duellierten. Am Ende war es ein Bruchteil eines Wimpernschlags – lausige 0,0233 Sekunden –, der den Traum des Amerikaners platzen ließ.
Es war der immense Geschwindigkeitsüberschuss von Felix Rosenqvist, der dafür sorgte, dass Malukas auf den letzten Metern die Chance verpasste, den so besonderen Schluck Milch zu trinken. „Da war einfach nichts zu machen. Im Auto fühlte es sich extrem eng an. Aber ich wusste nicht, dass er so einen massiven Überschuss hatte“, analysierte er das Replay.
Obwohl er damit Teil eines historischen Zieleinlaufs wurde, konnte Malukas die Tränen nicht zurückhalten, als er sich zum zweiten Mal in Folge mit der bitteren Silbermedaille zufriedengeben musste.

Nach der Zieldurchfahrt blieb der junge Pilot zunächst regungslos in seiner von Chevrolet angetriebenen Nummer 12 sitzen, um das Geschehene zu verarbeiten. Als er schließlich aus dem Cockpit kletterte, gab er sich vor den Augen der Motorsportwelt seinen Emotionen hin.
„Es bedeutet mir einfach unfassbar viel“, erklärte Malukas Montagnacht, nachdem die Emotionen etwas nachgelassen hatten. „Das hier ist für mich eine Frage von Leben und Tod. Und sagen wir es so: Wenn man stirbt, ruht man in Frieden. Ich werde nicht in Frieden ruhen, bis ich das Indy 500 gewonnen habe.“
Dass er seine Enttäuschung nicht verbarg, war für ihn eine Selbstverständlichkeit: „Ich fände es verrückt, das zu verstecken“, sagte er vor der offiziellen Siegerehrung. „Für mich wäre ein Traum in Erfüllung gegangen. Den Schmerz in Worte zu fassen, wenn man so kurz davorsteht, ist unglaublich schwer.“

Für Malukas, der in seinem ersten Jahr für das prestigeträchtige Team Penske fährt und aktuell auf Platz zwei der Meisterschaftswertung liegt, steht nach 68 IndyCar-Starts der erste Erfolg überhaupt noch aus.
„Wir waren so verdammt nah dran, nicht nur an meinem Indy-500-Titel, sondern an meinem ersten IndyCar-Sieg überhaupt. Da ist einfach alles aus mir herausgebrochen. Und ich bin stolz darauf, das auch zu zeigen“, betonte er.
Den ersten Trost fand Malukas unmittelbar nach dem Aussteigen in den Armen seiner Freundin Kamila Jurkus, bei der er Zuflucht suchte. Später wandte sie sich über die sozialen Medien mit sanften Worten an ihn und die Fans:
„Stolz drückt nicht ansatzweise aus, was ich empfinde. Ich wünschte, jeder könnte sehen, wie viel Talent und Herz du auf und abseits der Strecke hast. Das ist erst der Anfang, Baby.“
Auch über den Rückhalt seines Teams muss sich Malukas keine Gedanken machen, wie der IndyCar-Pilot dankend erklärte: „Nur wegen ihm [Roger Penske] kann ich heute hier sitzen und darüber weinen, dass es nur Platz zwei geworden ist. Deshalb ist es so emotional für mich. Ich wollte unbedingt diesen Sieg für das Team holen und mich in die Geschichtsbücher eintragen. Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Wir werden das als Motivation nutzen und weiter pushen. Eines Tages wird es klappen.“
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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