Jake Garcia feiert ersten Trucks-Sieg in Bristol: Chase-Favoriten mit Pech
Jake Garcia hat beim Lauf auf dem Bristol Motor Speedway seinen ersten Sieg in der NASCAR Truck Series gefeiert – Während der ThorSport-Pilot im 94. Start seiner Karriere triumphierte, erlebten mehrere Titelanwärter im Chase-Auftakt ein schwieriges Rennen
Jake Garcia setzte sich am Donnerstagabend im Ford mit der Startnummer 98 von ThorSport Racing gegen Bayley Currey und Stewart Friesen durch. Der 20-Jährige führte insgesamt 104 der 250 Runden und übernahm 20 Umläufe vor Schluss mit einem Überholmanöver auf der Innenbahn endgültig die Spitze.
Beim Zieleinlauf betrug Garcias Vorsprung auf Currey 1,305 Sekunden. Der TRICON-Garage-Pilot hatte Friesen drei Runden vor Rennende noch vom zweiten Rang verdrängt. Justin Haley und der erst 16-jährige Tristan McKee komplettierten die Top 5. McKee ist damit der jüngste Fahrer in der Geschichte der Truck Series, der ein Top-5-Ergebnis einfahren konnte.
Garcia nutzt die späte Chance
Aufgrund von Regen wurde das Qualifying in Bristol gestrichen, weshalb die Startaufstellung nach dem NASCAR-System bestimmt wurde. Garcia ging dadurch nur von Position zwölf ins Rennen, arbeitete sich aber früh in die Spitzengruppe vor und übernahm in der Schlussphase die Kontrolle.
Nach einem Restart in Runde 220 verlor Garcia die Führung zunächst an Friesen. Zehn Runden lang setzte er den Kanadier unter Druck, ehe ihm im 230. Umlauf der entscheidende Angriff gelang. Anschließend fuhr Garcia dem Feld davon und brachte seinen Premierensieg sicher ins Ziel.
„Ich bin wirklich stolz auf alle in meinem Team“, sagte Garcia nach dem Rennen. „Sie haben uns heute Abend einen großartigen Truck hingestellt. Wir waren im Training gut, aber das Qualifying fiel ins Wasser. Die Strategie hat uns geholfen, von weiter hinten nach vorne zu kommen und Streckenposition aufzubauen.“
Für ThorSport Racing war es der erste Sieg seit Ty Majeskis Erfolg beim Championship-4-Rennen in Phoenix 2024. Garcia beendete damit zugleich eine längere Durststrecke des traditionsreichen Ford-Teams.
„Der letzte Restart war nicht einfach, aber unser Truck war schnell genug, um das auszugleichen“, erklärte Garcia. „ThorSport Racing ist historisch gesehen ein sehr starkes Team. Umso stolzer bin ich, dass wir mit der 98 diesen Sieg holen und unsere sieglose Serie beenden konnten.“
Currey überzeugt beim Saison-Debüt
Bayley Currey zeigte bei seinem ersten Truck-Series-Einsatz in dieser Saison eine bemerkenswerte Leistung. Der Fahrer des Toyotas mit der Nummer 5 lag bis zum Schluss in Schlagdistanz zur Spitze, musste sich jedoch knapp mit Rang zwei zufriedengeben.
„Anscheinend habe ich es noch drauf“, scherzte Currey. „Ein riesiges Dankeschön an alle bei TRICON und Toyota. Es war eine tolle Chance und ich bin froh, dass wir das Beste daraus gemacht haben.“
Der 29-Jährige hatte in der Schlussphase zunächst befürchtet, den zweiten Platz noch zu verlieren. Stattdessen hielt er dem Druck von Friesen stand und sicherte sich den Vizerang.
„Natürlich wollte ich gewinnen, aber wenn man direkt vom Sofa kommt, kann ich mit Platz zwei sehr gut leben“, resümierte Currey.
Hinter Friesen auf Platz drei folgten Haley und McKee. Kein Chase-Fahrer kam weiter vorne ins Ziel als Gio Ruggiero auf Rang sechs. William Sawalich, Kaden Honeycutt, Majeski und Grant Enfinger komplettierten die Top 10.
Riggs verliert trotz Dominanz den Sieg
Besonders bitter verlief der Abend für Layne Riggs. Der Spitzenreiter der Chase-Wertung war von der Pole-Position gestartet und dominierte die Anfangsphase. Riggs gewann die ersten beiden Stages souverän von der Spitze aus und führte die ersten 135 Runden des Rennens an.
Im entscheidenden letzten Abschnitt fiel der Front-Row-Motorsports-Pilot jedoch durch einen verpatzten Boxenstopp zurück. Beim Service vor Stage drei kehrte Riggs nur als Sechster auf die Strecke zurück. In Runde 156 meldete er seinem Team zudem ein loses rechtes Hinterrad.
In Runde 161 musste Riggs deshalb erneut die Box ansteuern, verlor dabei zwei Runden auf die Spitze und konnte sich davon nicht mehr erholen. Nach einem späteren Kontakt mit dem angeschlagenen Toyota von Nick Leitz wurde ein weiterer Boxenstopp fällig. Am Ende landete Riggs mit 16 Runden Rückstand nur auf dem 32. Platz.
Die beiden Stage-Siege retteten ihm dennoch die Tabellenführung. Riggs liegt nach dem Lauf in Bristol drei Punkte vor Honeycutt, der trotz eines außerplanmäßigen Stopps unter Gelb – ebenfalls wegen eines lockeren Rads – noch Achter wurde.
„Heute Abend war ein harter Kampf“, fasste Riggs zusammen. „Ich bin einfach froh, dass unser Truck schnell genug war, um die ersten beiden Stages zu gewinnen und diese Punkte mitzunehmen. Aber dann hatten wir an der Box einen absoluten Katastrophenstopp.“
Der Ford-Pilot zeigte sich nach dem Rennen entsprechend frustriert: „Ich verstehe nicht, wie der Stopp so langsam sein konnte und warum die Räder nicht richtig fest waren. Ich bin extrem enttäuscht. Ich denke, wir hatten wieder den Truck, den es zu schlagen galt.“
Schwierigkeiten für weitere Favoriten
Auch zwei weitere Topfahrer im Chase verloren in Bristol wertvolle Punkte. Chandler Smith kassierte in der Pause nach Stage zwei eine Strafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse. Später verlor einer seiner Reifen Luft, weshalb Smith nur auf Rang 24 ins Ziel kam.
Damit fällt Smith in der Gesamtwertung auf Platz drei zurück und liegt nun bereits 30 Punkte hinter Riggs.
Noch härter traf es Christian Eckes. Der Chevrolet-Pilot, der als vierter Fahrer der Chase-Setzliste nach Bristol gekommen war, beschädigte seine Fahrzeugfront früh im Rennen. Eckes beendete den Abend lediglich auf Rang 30 und rutschte in der Wertung um vier Positionen auf Platz acht ab. Sein Rückstand auf die Spitze beträgt nun 58 Punkte.
Die Probleme mehrerer Titelanwärter sorgen damit schon nach dem ersten Chase-Rennen für eine deutlich veränderte Ausgangslage. Die NASCAR Truck Series setzt den Chase am 26. September auf dem Kansas Speedway fort. Auf dem 1,5-Meilen-Oval steht das „Race to Stop Suicide 200“ auf dem Programm.
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






