Justin Allgaier gewinnt Nashville-Krimi in der NASCAR O’Reilly Series
Justin Allgaier gewann das Rennen der NASCAR O’Reilly Series auf dem Nashville Superspeedway – Der Routinier setzte sich gegen Youngster Brent Crews durch
Veteran gegen Rookie: In einem packenden Finale hat sich Justin Allgaier am Samstagabend den Sieg in der NASCAR O’Reilly Auto Parts Series auf dem Nashville Superspeedway gesichert. Der Champion von 2024 setzte sich im Chevrolet von JR Motorsports nach rundenlangen Rad-an-Rad-Duellen gegen den erst 18-jährigen Brent Crews durch. Für Allgaier war es bereits der vierte Saisonsieg, mit dem er seine Tabellenführung im Unterbau der Cup Series weiter ausbaute.
Der emotionale Höhepunkt folgte direkt nach der Zieldurchfahrt auf dem 1,33 Meilen langen Beton-Oval. Allgaier kletterte durch die Dachluke seines Autos und verbeugte sich vor den Fans – eine direkte Hommage an den zweifachen Cup-Champion Kyle Busch, der an den Folgen einer Lungenentzündung und Sepsis verstorben war. „Zuallererst, es waren ein paar harte Wochen, und meine Gebete gehen an Samantha, Kyle, Brexton und Lennix – es war emotional“, zeigte sich der Sieger bewegt.
Sportlich musste sich der Routinier, der am 6. Juni seinen 40. Geburtstag feiert, mächtig strecken. Rookie Brent Crews zeigte im Toyota von Joe Gibbs Motorsports eine sensationelle Aufholjagd von Startplatz 33, übernahm zeitweise die Führung und lieferte dem Altmeister einen harten, aber fairen Kampf. Erst 20 Runden vor Schluss fand Allgaier den entscheidenden Weg vorbei und kreuzte schließlich mit 1,4 Sekunden Vorsprung die Ziellinie.

Trotz der knappen Niederlage war der Youngster Crews nach dem Rennen bester Laune. „Das war der größte Spaß, den ich je hatte, ohne zu gewinnen“, scherzte der Teenager nach seinem zweiten Top-3-Ergebnis. „Ich dachte wirklich, wir holen uns das Ding. Ich durfte in den letzten Runden mit einem der besten Fahrer aller Zeiten in dieser Serie um den Sieg kämpfen. Mehr kann man sich kaum wünschen, außer ihn eben zu schlagen.“
Hinter dem Spitzenduo komplettierte William Sawalich das starke Ergebnis für Joe Gibbs Racing als Dritter. Sam Mayer rettete die Fahne des Haas Factory Teams auf Rang vier ins Ziel, gefolgt von Brandon Jones auf dem fünften Platz. Kyle Larson, aktuelle Champion der Top-Liga, landete bei seinem Gastauftritt auf der zehnten Position.
Für den aktuellen Champion der Serie endete der Abend hingegen in Frust. Jesse Love dominierte das Geschehen im Chevrolet von Richard Childress Racing über weite Strecken und führte das Feld für 87 Runden an. Ein folgenschwerer Fehler bei einem späten Boxenstopp warf ihn jedoch zeitweise um eine Runde zurück, sodass am Ende nur der 16. Platz heraussprang.
Love liegt damit in der Gesamtwertung bereits massive 179 Punkte hinter Spitzenreiter Allgaier zurück. „Das ist definitiv extrem frustrierend“, gab ein sichtlich geknickter Love zu Protokoll. „Unser Camaro war verdammt schnell. Das Einzige, was ich kontrollieren kann, ist meine Vorbereitung und dass ich weiter Gas gebe, auch wenn es wehtut. Es wird sich wieder zum Guten wenden – es gibt gar keinen anderen Weg.“
Ein turbulentes Rennen erlebte auch Internet-Phänomen Cleetus McFarland. Bei seinem zweiten Start in der NASCAR-Zweitliga wurde der YouTube-Star von einer Reihe von Boxenstopp-Fehlern und Strafen eingebremst. Am Ende reichte es für den US-Amerikaner im Childress-Chevy nur für den 36. Rang.
Nach einem kräftezehrenden Marathon von 16 Rennwochenenden in Folge legt die O’Reilly Auto Parts Series nun eine wohlverdiente Pause ein. Das nächste Rennen steht am 13. Juni auf dem berühmeten Tri-Oval des Pocono Raceway an. Sieger Allgaier nutzt das freie Wochenende übrigens auf seine ganz eigene Weise: Er startete noch am Sonntagmorgen bei einem Triathlon in der Innenstadt von Nashville.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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