Nach Foyt-Ausbootung: Santino Ferrucci kämpft um seine IndyCar-Zukunft

Nach Foyt-Ausbootung: Santino Ferrucci kämpft um seine IndyCar-Zukunft
Foto: Penske Entertainment: Chris Jones

AJ Foyt Racing setzt Santino Ferrucci vor die Tür und holt Dennis Hauger für das Top-Cockpit – Der US-Amerikaner verhandelt hinter den Kulissen jedoch bereits über eine neue Rolle, um im Team zu bleiben

Santino Ferrucci steht bei AJ Foyt Racing vor einer ungewissen Zukunft, nachdem das Team die Verpflichtung von Dennis Hauger für das prominente Chevrolet-Cockpit mit der Startnummer 14 bekanntgegeben hat. Der 28-jährige US-Amerikaner, der den Rennwagen von 2023 bis 2026 pilotierte, wurde in der offiziellen Teammitteilung mit keinem einzigen Wort erwähnt. Ohne Vertrag für die IndyCar-Saison 2027 versucht Ferrucci nun abseits der Rennstrecke, eine neue Vereinbarung mit dem Traditionsteam auszuhandeln, um weiterhin im Fahrerlager präsent zu bleiben.

Einen kompletten Abschied aus dem Formel-Oberhaus der USA schließt der Routinier aus Connecticut trotz des herben Rückschlags kategorisch aus. Zwar verliert er seinen festen Platz als Stammfahrer, doch eine weitere Zusammenarbeit in anderer Funktion steht im Raum. Gegenüber RACER bestätigte Ferrucci seine laufenden Gespräche mit der Teamführung: „Ich arbeite derzeit an einem Vertrag mit Foyt.“ Gleichzeitig stellte er unmissverständlich klar, dass ein solches Abkommen nicht als Vollzeit-Engagement geplant ist.

Für Ferrucci spricht vor allem sein stabiler Rückhalt im Lager der wichtigsten Geldgeber der Mannschaft. Bei Partnern wie der Hendricks Holding Company oder der Wohltätigkeitsorganisation Homes For Our Troops genießt er hohes Ansehen. Dennoch startet der IndyCar-Routinier ohne jegliche Garantie auf Renneinsätze für die Saison in die Winterpause, weder bei Foyt noch bei einem konkurrierenden Rennstall.

Die naheliegendste Option für eine sportliche Fortsetzung stellt ein dritter Foyt-Renner im traditionsreichen Monat Mai dar. Gerade auf den berüchtigten Ovalkursen verfügt Ferrucci über ein Maß an Erfahrung, das für Haugers zweite IndyCar-Saison von unschätzbarem Wert sein könnte. Eine Rolle als Fahrercoach oder Mentor würde dem Team helfen, das norwegische Talent gezielt an die Eigenheiten der US-Kurse heranzuführen.

Zusätzliche Bewegung kommt in die Personalie durch die noch offene Besetzung des zweiten Foyt-Autos. Solange die Serienführung von Penske Entertainment nicht entschieden hat, ob Indy-NXT-Pilot Josh Pierson eine IndyCar-Lizenz erhält, bleibt das Cockpit mit der Nummer 4 in der Schwebe. Sollte Pierson das Cockpit als Bezahlfahrer übernehmen, könnte Ferrucci als Ovalschnüffler einspringen und sich den Wagen auf den Rundkursen mit ihm teilen.

Auch eine Funktion als Ersatzfahrer oder direkter Berater an den Rennwochenenden liegt für die Foyt-Verantwortlichen auf dem Verhandlungstisch. Damit könnte das Team schnell reagieren, falls Lizenzprobleme oder Formtiefs bei der Nachwuchshoffnung auftreten. Für Ferrucci böte diese Zwischenlösung die Chance, den Fuß in der Tür der Meisterschaft zu halten.

Rein sportlich blickt der 28-Jährige auf eine erfolgreiche Foyt-Ära zurück. In seinen insgesamt 109 IndyCar-Starts für fünf verschiedene Rennställe erlebte er unter der Flagge der US-Motorsportikone seine stärkste Karrierephase. Neben einer Pole-Position in der Saison 2024 fuhr er 2023 und 2025 drei Mal auf das Podest und schloss das Meisterschaftsjahr 2024 auf dem neunten Gesamtrang ab.

Besonders beim Saisonhöhepunkt, dem Indianapolis 500, erwies sich Ferrucci als sichere Bank für das Team. Bei all seinen acht Starts auf dem legendären Oval landete er ausnahmslos unter den besten zehn Piloten des Klassements. Gleich bei seinem Indy-Debüt für Foyt im Jahr 2023 fuhr er sensationell auf den dritten Rang vor und untermauerte seinen Ruf als Oval-Spezialist.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.