International, NASCAR

NASCAR-Weekly: Hendrick Motorsports zurück in der Erfolgsspur

Chris Graythen/Getty Images

Hendrick Motorsports hat mit Kyle Larson und William Byron zwei Rennen in Folge gewonnen – Das Hendrick-Team scheint wieder die Chevrolet-Macht von früher zu sein

NASCAR Cup Series (von: André Wiegold)

Hendrick Motorsports ist zurück an der Spitze der NASCAR Cup Series. Nach dem fulminanten Sieg von William Byron in Homestead gewann Neuzugang Kyle Larson den vierten Saisonlauf auf dem Las Vegas Motor Speedway. Die in den vergangenen Jahren leicht schwächelnde Chevrolet-Truppe hat wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden.

Immerhin hat Chase Elliott in der Saison 2020 den Titel für das Team geholt, aber die große Hendrick-Dominanz blieb in den vergangenen Saisons aus. Zwei von vier Piloten des Rennstalls haben im Jahr 2021 bereits ihr Playoff-Ticket gesichert und Champion Elliott wird sicher noch dazukommen. Alex Bowman hat mit bisher zwei Top-10-Ergebnissen solide Leistungen gezeigt, doch ein echter Siegkandidat war er bisher nicht.

Für Larson war der Sieg in Las Vegas ein ganz besonderer. Er hat nach nur vier Rennen im neuen Team erstmals die Victory Lane besucht und sich damit einen Rekord gesichert, denn so schnell hat ein neuer Hendrick-Fahrer noch nie gewonnen. Außerdem war es für ihn eine Befreiung, nachdem der Kalifornier im Jahr 2020 wegen einer rassistischen Aussage im Livestream von NASCAR suspendiert und Chip Ganassi gefeuert wurde.

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Zu den ersten Gratulanten gehörten Bubba Wallace und Brad Keselowski, aber natürlich auch Rick Hendrick selbst, der Larson im Jahr 2021 mit der Startnummer 5 und der Lackierung seines verstorbenen Sohnes Ricky Hendrick ins Rennen schickt: “Ich hätte nicht gedacht, dass er das so schnell schafft”, gibt der Teamchef zu. “Ich hätte gedacht, dass er sich etwas länger eingewöhnen muss, aber unsere Autos sind schnell.”

Auf Platz zwei landete Keselowski vor Kyle Busch, der erstmals in der Saison 2021 so richtig vorne mithalten konnte. Der dritte Platz in seiner Heimatstadt Las Vegas war Buschs erstes Top-5-Ergebnis in der aktuellen Meisterschaft. “Heute haben wir gute Aufbauarbeit geleistet”, sagt der Joe-Gibbs-Pilot, der aber nicht versteht, woran es in der neuen Meisterschaft harkt. “Wir schon in Homestead haben die Simulationen nicht mit dem auf der realen Strecke übereingestimmt.”

Strafen und eine Sperre

Sechs Crew-Chiefs müssen nach dem Cup-Rennen auf dem Las Vegas Motor Speedway tief in die Tasche greifen. Am heftigsten hat es Mike Shiplett getroffen, der am Kommandostand für Cole Custer bei Stewart-Haas tätig ist. Er muss eine Strafe von rund 16.800 Euro zahlen und das nächste Rennen auf dem Phoenix Raceway aussetzen.

Credits: Brian Lawdermilk/Getty Images

Grund für die sechs Strafen waren lose Radmuttern, die an den Fahrzeugen gefunden worden sind. Rodney Childers (Kevin Harvick, Stewart-Haas), Luke Lambert (Chris Buescher, JTG-Daugherty), Ben Beshore (Kyle Busch, Joe Gibbs); James Small (Martin Truex Jr., Joe Gibbs) und Greg Erwin (Matt DiBenedetto, Wood Brothers) entkamen zwar einer Suspendierung, jedoch müssen alle jeweils rund 8.400 Euro Strafe zahlen.

Derweil wurde die Startaufstellung für das Rennen am Phoenix Raceway bestimmt. Nach der Rechenformel wird Keselowski das Feld am kommenden Sonntag, den 14. März, zur Grünen Flagge führen. Das Rennen aus Phoenix startet um rund 20:30 Uhr deutscher Zeit und wird live im englischen Originalton auf Sport1+ übertragen.

NASCAR Xfinity Series (von: André Wiegold)

AJ Allmendinger ist zurück in der Victory Lane: Der 39-jährige Kalifornier gewann das vierte Rennen der NASCAR Xfinity Series 2021 und zog damit für Kaulig Racing das Playoff-Ticket. Dabei hielt er auf einem spannenden Zielsprint Daniel Hemric auf Abstand, der nur rund eine Sekunde hinter Allmendinger die schwarz-weiß-karierte Flagge sah.

„Es ist so emotional, weil man nicht weiß, wann man das wieder schaffen wird“, so Allmendinger nach dem Sieg. „Das könnte der letzte Sieg gewesen sein, das weiß man nie. Ich hoffe, dass er es nicht war und ich denke, wir können noch viel mehr erreichen.“

Credits: Abbie Parr/Getty Images

Hemric kann mittlerweile von einem echten Fluch sprechen. Der 30-Jährige aus Kannapolis, der Heimatstadt der Familie Earnhardt, hat in allen drei NASCAR-Meisterschaften zusammen elf zweite Plätze gesammelt, aber noch keinen Sieg geholt. Dabei führte er 72 der 200 Runden an und gewann sogar das zweite Rennsegment.

Brandon Jones wurde Dritter, gefolgt von Xfinity-Champion Austin Cindric und JR-Motorsports-Star Noah Gragson. In vier Rennen gab es bisher vier unterschiedliche Sieger, was auf eine spannende Saison 2021 hindeutet.

Der nächste Saisonlauf findet auf dem Phoenix Raceway statt, auf dem Loris Hezemans, EuroNASCAR-Champion des Jahres 2019, sein NASCAR-Oval-Debüt in den Vereinigten Staaten feiern wird. Der Niederländer startet in der Startnummer 13 von Reaume Brothers Racing.

NASCAR Camping World Truck Series (von: Simon Mones)

Wenn Kyle Busch in den vergangenen drei Jahren in Las Vegas in der NASCAR Camping World Truck Series an den Start gegangen ist, stand der Sieger eigentlich schon fest. In diesem Jahr musste sich der zweimalige Cup-Meister jedoch seinem Teamkollegen John Hunter Nemechek geschlagen geben.

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Für Nemechek – der aus der Cup-Series zu Kyle Busch Motorsports wechselte – war es der sechste Sieg in der Truck Series und sein erster seit 2018. Bei einem Restart nur wenige Runden vor Schluss war es ausgerechnet Busch selbst, der mit einem Push dafür sorgte, das sein Schützling zum Sieg fuhr.

Ärger für Kyle Busch?

Dem erfahrenen Cup-Piloten steht allerdings noch Ärger ins Haus: Nach 90 von 134 Runden erlitt Busch einen Reifenschaden. Er versuchte sich in die Box zu retten. Dabei drehte sich der Truck des Toyota-Piloten und sorgte so für eine Caution.

NASCAR-Vizepräsident Scott Miller kündigte an, dass der Vorfall untersucht werde: „Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas passiert, und wir werden in Zukunft wahrscheinlich mehr darauf achten, dass ein platter Reifen und der Versuch, zurück an die Box zu kommen, keine Entschuldigung für einen Dreher ist. Wenn wir also ein bisschen härter gegen solche Dinge vorgehen müssen, damit das nicht zu einem Trend wird, werden wir sicherlich darauf reagieren.“

Camping World sponsert zehn Trucks

Doch für das Highlight des Rennens in Las Vegas sorgten weder Nemechek noch Busch, sondern der Chef des Seriensponsors Camping World, Markus Lemoins. Dieser hatte im Vorfeld des Rennens zahlreiche nicht gesponserte Teams aufgerufen, sich bei ihm zu melden.

Wer es schaffte, seinen Truck bis zum Rennen in Las Vegas in ein Camping-World-Gewand zu hüllen, bekam 15.000 US-Dollar (rund 12.500 Euro), je nach Rennergebnisse waren bis zu 50.000 US-Dollar (rund 42.000 Euro) Prämie möglich. Ganze zehn Teams folgten dem Aufruf von Lemoins.

Credits: Brian Lawdermilk/Getty Images

Den Sieg und damit die 50.000 Dollar strich bekanntlich keines der Teams ein, lediglich Grant Entfinger gelang es mit Platz neun die Prämie von 15.000 auf 25.000 Dollar (rund 21.000 Euro) zu steigern. Sechs der neun verbliebenen Trucks wurden zudem in Crashs verwickelt, was Denny Hamlin zu einem weiteren Angebot inspirierte.

“Hey, Kumpel“, schrieb Hamlin auf Twitter. „Wenn du einen Truck sponsern willst, der kaputtgehen kann, bin ich in Bristol verfügbar.“ Insgesamt gab Lemonis 160.000 (rund 135.000 Euro) statt der möglichen 500.000 Dollar (420.000 Euro) aus.

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