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NASCAR-Weekly: Kevin Harvick mit Doppelsieg in Michigan

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Kevin Harvick war beim Double-Header in Michigan, das am vergangenen Wochenende über die Bühne ging, unschlagbar – Der Stewart-Haas-Pilot gewann beide Rennen 

NASCAR Cup Series (von: André Wiegold)

Am vergangenen Wochenende zeigte Kevin Harvick in seinem Stewart-Haas-Ford, was in ihm steckt: Der NASCAR-Champion des Jahres 2014 gewann beim Double-Header in Michigan beide Rennen und unterstrich so seine Titelambitionen in der Saison 2020. Außerdem zog er mit seinem 55. Sieg auf Cup-Ebene in die Top 10 der ewigen Liste ein.

Der Kalifornier hat nach dem Michigan-Doppelsieg genauso viele Siege auf dem Konto wie NASCAR-Legende Rusty Wallace, der mit 706 Rennen in 25 Jahren zu den prägendsten Fahrern in der Geschichte der Serie gehört. Auf Platz neun liegt Kyle Busch (Joe Gibbs Racing) mit 56 Siegen, der in der Saison 2020 bisher sieglos blieb.

Doch die zwei Siege waren für Harvick ein hartes Stück Arbeit. Am Samstag setzte sich der 44-Jährige mit einer sehr dominanten Leistung gegen die Konkurrenz durch. Er gewann beide Stages und fuhr letztlich vor Brad Keselowski (Team Penske), Martin Truex Jr. (Joe Gibbs Racing), Ryan Blaney (Team Penske) und Busch ins Ziel.

Ein Sonntag mit vielen Highlights

Am Sonntag hatte Clint Bowyer (Stewart-Haas Racing) das erste Rennsegment gewonnen, bevor die Harvick-Show weiterging. Der Rennfahrer aus Bakersfield und Teamkollege von Bowyer sicherte sich die Bonuspunkte in Stage 2 und holte letztlich auch den Sieg. Denny Hamlin (Joe Gibbs Racing), Truex Jr., Busch und Joey Logano (Team Penske) rundeten die Top 5 ab. 

Keselowski und Blaney hatten am Sonntag viel Pech: Keselowski versuchte auf der unteren Linie seinen Penske-Teamkollegen zu überholen, verlor dabei aber die Kontrolle über sein Auto. Es kam zu einer Berührung der beiden Top-Piloten, die in einem heftigen Mauerkuss gipfelte. Beide gingen nach einer starken Leistung am Samstag damit leer aus. 

Das war aber nicht der einzige Aufreger in einem munteren Sonntagslauf. Harvick erwischte in seinem untersteuernden Ford den Kotflügel von Busch im Toyota mit der Startnummer 18. Der aktuelle Champion touchierte die Mauer und fiel viele Plätze zurück. Busch rettete sich letztlich aber noch auf Platz vier. 

Neue Regeln im NASCAR-Zirkus 

Eine Regeländerung gab es bereits beim Double-Header in Michigan zu bestaunen: Die “Cone- oder Choose-Rule”. Das Format kam bereits beim All-Star-Rennen in Bristol und in der NASCAR Whelen Euro Series bei der Oval World Challenge am Tours Speedway 2018 zum Einsatz. Sie soll die Restarts auf Intermediate-Ovalen und Short-Tracks interessanter machen. 

Bevor das Rennen nach einer Gelbphase wieder freigegeben wird, müssen die Fahrer sich vor einer orangenen Markierung auf der Fahrbahn für die innere oder äußere Linie entscheiden. Dabei spielt die Strategie eine wichtige Rolle, denn die Fahrer können die vermeintlich bessere Fahrspur für den Neustart wählen oder versuchen, auf der anderen Linie Positionen gut zu machen. Diese Regel gilt nicht auf Rundkursen und Superspeedways. 

Ab dem Rundkurs-Rennen in Daytona wird die Startaufstellung nicht mehr per Los entschieden. Eine neue Rechenformel soll die erbrachten Leistung der Fahrer belohnen. Die entscheidenden Faktoren sind das Ergebnis des vorigen Rennens mit 50 Prozent Gewichtung, der Rang in der aktuellen Owner-Wertung mit 35 Prozent Gewichtung und die Position in der Wertung der schnellsten Rennrunden im vorigen Rennen mit 15 Prozent Gewichtung.

In der neuen SRX-Serie von Tony Stewart und Ray Evernham gibt es Zuwachs aus dem NASCAR-Zirkus: Der Champion des Jahres 2000 und “Hall of Famer” Bobby Labonte hat seine Teilnahme an der neuen Short-Track-Serie der beiden NASCAR-Legenden bestätigt.

NASCAR Xfinity Series (von: André Wiegold)

Credits: Stacy Revere/Getty Images

Die Fahrer und Teams der NASCAR Xfinity Series waren am vergangenen Wochenende am Elkhart Lake zu Gast. Wieder einmal hieß der Sieger Austin Cindric, der im Penske-Ford seinen vierten Saisonsieg eingefahren hat. Auf Road America setzte sich der 21-Jährige gegen Rundkurs-Spezialist A.J. Allmendinger (Kaulig Racing) durch. 

Die Stage-Siege gingen wiederum an Justin Haley (Kaulig Racing) und dessen Teamkollegen Allmendinger. Für Cindric, der ein heißer Kandidat auf den Xfinity-Titel ist, könnte die Silly-Season zwischen den Saisons 2020 und 2021 wegweisend sein. Beim Team Penske ist nach der Vertragsverlängerung von Keselowski kein Platz frei und auch Matt DiBenedetto scheint im Satellitenteam der Wood Brothers gesetzt zu sein. 

NASCAR Gander & RV Outdoors Truck Series (von: Simon Mones)

Beim Rennen der NASCAR Gander & RV Outdoors Truck Series am Wochenende in Michigan ging es vor allem in der Schlussphase hoch her. Gleich zwei Verlängerungen waren nötig, bis mit Zane Smith der Sieger feststand.

Dabei führte der 21-Jährige lediglich die letzte Runde des Rennens an, nachdem er sich zuvor mit Christian Eckes um den Sieg duelliert hatte. „Ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll. Es ist einfach unglaublich”, freut sich Smith nach dem Rennen über seinen ersten Sieg in der Truck Series.  

“Es bis zu diesem Punkt zu schaffen, und das mit einem Sieg mit einem so großartigen Team wie GMS Racing, ist etwas Besonderes. Ich wünschte, ich könnte hier mit meinen Eltern und meiner Freundin feiern.” Die Stage-Siege gingen an Johnny Sauter und Brett Moffitt.

Truck-Comeback für Alex Tagliani

Nach Travis Pastrana hat nun auch der Ex-IndyCar-Pilot Alex Tagliani sein Comeback in der Truck Series angekündigt. Der Kanadier griff bereits im Jahr 2019 für das Team von Kyle Busch in der dritten NASCAR-Liga ans Lenkrad.

Es wird das insgesamt sechste Truck-Rennen für Tagliani, der 2014 und 2015 für das Team von Brad Keselowski gestartet ist. Zum ersten Mal wird der Kanadier nicht in Mosport, sondern auf dem Rundkurs von Daytona, ein NASCAR-Rennen bestreiten. Der Grund: Das Rennen in Kanada wurde wegen der Coronavirus-Pandemie gestrichen. 

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