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NASCAR-Weekly: Logano kritisiert nach Überschlag das Superspeedway-Racing

James Gilbert/Getty Images

Joey Logano hat am vergangenen Sonntag im NASCAR-Rennen auf dem Talladega Superspeedway einen heftigen Unfall unverletzt überstanden – Der Penske-Fahrer kritisiert das Racing auf den großen Ovalen

NASCAR Cup Series (von: André Wiegold)

Joey Logano überschlug sich in Runde 60 des NASCAR-Cup-Rennens auf dem Talladega Superspeedway, konnte das Auto aber unverletzt verlassen. Als sein Penske-Ford durch die Luft flog, wurde er vom Bubba Wallace im Toyota touchiert. Der 30-Jährige aus Middletown in Connecticut kritisierte anschließend das Racing auf den Superspeedways.

„Ich weiß nicht, was ich denken soll“, sagt Logano. „Es ist ein Produkt dieses Racings und auf der einen Seite bin ich so stolz darauf, ein Cup-Auto zu fahren, das so sicher ist, dass ich einen solchen Crash überstehen und darüber sprechen kann. Auf der einen Seite bin ich wütend darüber, dass ich in den Unfall verwickelt wurde, auf der anderen Seite bin ich einfach nur froh, dass ich noch lebe. Aber dann denke ich: Wann hören wir endlich auf? Denn es ist gefährlich.”

„Ich bin nur knapp an einer Situation vorbeigeschrammt, wie sie es Ryan Newman in Daytona erlebt hat. Ich denke, das ist einfach nicht akzeptabel. Vieles davon ist auf diesen großen Spoiler und große Runs durch die Bumbs zurückzuführen. Es ist niemandes Schuld; Denny versucht es und auch die Nummer 47 [Ricky Stenhouse Jr.] versucht es. Das ist ein Produkt des Racings. Wir müssen das aber in Ordnung bringen, denn es hat sich schon jemand verletzt und wir machen es immer noch. Also, das ist nicht wirklich clever.”

Doch was ist die Lösung? Durch unlimitierte Motoren würden die Geschwindigkeiten so hoch werden, dass diese zu gefährlichen Situationen führen würden. Sobald die Motoren gedrosselt werden, ist Pack-Racing quasi unausweichlich. Logano teilte keinen Lösungsvorschlag mit, durch dem das Racing auf den Superspeedways sicherer werden kann.

Das Rennen in Talladega und Vorschau auf Kansas

Credits: Sean Gardner/Getty Images

Das Rennen gewann sein Penske-Teamkollege Brad Keselowski. Zuvor hatte Bubba Wallace im zweiten Segment den ersten Stage-Sieg seiner Karriere gefeiert. Die erste Stage ging wiederum an Matt DiBenedetto, der in der Schlussphase gute Chancen auf den Sieg hatte und erst in der letzten Runde von Keselowski überholt wurde.

Keselowski feierte seinen sechsten Talladega-Sieg, weshalb er sich jetzt Platz zwei in der ewigen Liste mit Dale Earnhardt Jr. und Jeff Gordon teilt. Dale Earnhardt Sr. liegt mit zehn Siegen in Alabama unangefochten auf dem ersten Platz. “Es ist mehr, als ich mir erträumt habe”, freut sich Keselowski nach dem Rennen.

Kevin Harvick brach einen Rekord, als er die grüne Flagge sah. Der Stewart-Haas-Pilot hat jetzt verteilt über alle drei nationalen NASCAR-Serie die meisten Starts auf dem Konto. Vor dem Kansas-Lauf kommt er auf 728 Cup-, 346 Xfinity- und 124 Truck-Rennen. Damit hat Harvick Joe Nemechek hinter sich gelassen.

BJ McLeod Motorsports hat für die Startnummer 55 in Kansas City einen Fahrer gefunden. Matt Mills, der in seiner Karriere auf 79 Xfinity- und elf Truck-Rennen kommt, wird sein Cup-Debüt feiern. Der 24-Jährige aus Lynchburg in Virginia landete im Xfinity-Rennen von Talladega zuletzt auf Rang 25.

Das Rennen auf dem 1,5-Meilen-Oval des Kansas Speedways findet am kommenden Sonntag um 20:30 Uhr statt. Der Lauf wird live und mit deutschem Kommentar (Pete Fink und meine Wenigkeit, André Wiegold) auf MotorvisionTV übertragen. Das Buschy McBusch Race 400 geht über 267 Runden. In den ersten beiden Segmenten müssen jeweils 80 Runden absolviert werden, die Distanz in der finalen Stage beträgt 107 Runden.

NASCAR Xfinity Series (von: André Wiegold)

Das Rennen der NASCAR Xfinity Series auf dem Talladega Speedway stand unter dem Stern von Petrus, denn die Teams erwarteten im Laufe der geplanten 117 Runden Regenschauer. Dementsprechend verhalten ging es auf dem 2,66 Meilen (4,28 Kilometer) langen Oval zur Sache. Der Regen kam in Runde 90 und sorgte für einen verfrühten Abbruch des Rennens.

Credits: Sean Gardner/Getty Images

Jeb Burton setzte sich gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich so seinen ersten Saisonsieg. Xfinity-Champion Austin Cindric wurde dahinter Zweiter, während AJ Allmendinger, Riley Herbst und Ryan Sieg die Top 5 komplettierten. Noah Gragson wurde Sechster und kassierte so die 100.000 Dollar Preisgeld (rund 83.000 Euro) im Rahmen des Dash4Cash-Programms ab.

NASCAR Camping World Truck Series (von Simon Mones)

Anders als die Cup- und Xfinity-Serie war die NASCAR Camping World Truck Series am vergangenen Wochenende in Talladega nicht am Start. Nach einer kurzen Pause kehrt die dritte NASCAR-Liga in Kansas wieder auf die Strecke zurück.

Mit Chase Briscoe ist dann auch ein prominenter Gaststarter aus der Cup Series mit von der Partie. Für den Stewart-Haas-Piloten ist es bereits das zweite Rennen in der Truck-Serie in diesem Jahr. Bereits in Bristol nahm der 26-Jährige in der Startnummer 04 von Roper Racing Platzt. Diese wird er auch auf dem Kansas Speedway wieder pilotieren, wie das Team auf Twitter bekannt gab.

Deegan mit SRX-Start

Credits: Brian Lawdermilk/Getty Images

Doch nicht nur die Cup-Piloten starten gerne mal in anderen Serien, auch die Fahrer der Truck-Serie wandern mal auf Abwegen. In diesem Fall ist es mit Hailie Deegan aber eine Fahrerin, die außerhalb der dritten NASCAR-Liga startet.

Wie der Mitgründer der Superstar Racing Experience (SRX) Ray Evernham auf Twitter betätigte, wird die 19-Jährige am 10. Juni in Knoxville starten: „Ja, das passiert wirklich! Ich freue mich darauf, dass Hailie Deegan bei uns mitfährt. Dieses Mädchen kann richtig Gas geben. Egal, ob auf Dirt oder Asphalt!“

Zuvor hatte Deegan auf Instagram ein Foto gepostet, auf dem sie sich gemeinsam mit Evernham vor einem Auto der neuen Serie zeigt. Deegan wird dabei in einem Auto starten, das für Gaststarts von mehreren prominenten Fahrern vorgesehen ist.

Anders als die SRX-Rennen auf dem Stafford Motor Speedway (12. Juni) und Eldora Speedway (26. Juni) kollidiert der Lauf in Knoxville nicht direkt mit einem Rennen der Truck-Serie. Diese startet zwar am selben Wochenende in Nashville, fährt aber einen Tag früher. Die Rennen in Texas und Pocono finden jeweils am selben Tag wie die SRX-Läufe statt.

Für die 19-Jährige, die Erfahrungen auf Dirt-Tracks hat, hat der Start in Knoxville noch einen weiteren Vorteil, denn in dieser Saison wird auch die Truck-Serie erstmals auf dem Dirt-Oval fahren – und zwar nur wenige Wochen nach dem Rennen der SRX.

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