IndyCar-Krimi: Palou siegt in Nashville und Schumacher stürmt erstmals in die Top 10
Mick Schumacher feierte auf dem Beton-Oval in Nashville mit seinem allerersten Top-10-Ergebnis einen echten Meilenstein in der IndyCar-Serie – An der Spitze feierte Alex Palou nach einer taktischen Meisterleistung im Reifenkrimi seinen fünften Saisonsieg
Alex Palou hat am Montagmorgen den wegen Regens verschobenen Music City Grand Prix auf dem Nashville Superspeedway gewonnen und damit seine Führung in der IndyCar Series weiter ausgebaut. Bei drückender Hitze und Streckentemperaturen von fast 60 Grad Celsius setzte sich der Spanier nach 225 Runden vor Josef Newgarden durch.
Unterdessen brannte Mick Schumacher ein echtes Feuerwerk ab und sicherte sich auf dem schnellen Beton-Oval mit einer starken Leistung sein allererstes Top-10-Ergebnis in der US-Formelserie.
Nur einen Tag nach dem Fußball-WM-Titel seiner spanischen Heimat krönte Palou ein für ihn perfektes Wochenende mit seinem fünften Saisonsieg. Nach dem Zieldurchlauf zeigte sich der Meisterschaftsführende überglücklich über seine gelungene Premiere an einem Renntag auf Schienen.
„Das ist ein ziemlich cooles Wochenende für Spanien“, so der Rennsieger. „Es ist beeindruckend, was sie gestern bei der Weltmeisterschaft gezeigt haben, und ich bin glücklich, dem heute am Montag noch eins draufzusetzen. Mein allererster Sieg an einem Montag – ich bin noch nie an einem Montag ein Rennen gefahren, wirklich cool!“
Der Grundstein für Palous Triumph lag in akribischer Arbeit während der ersten Rennhälfte, als er noch mit dem Fahrverhalten seines Autos im Verkehr haderte. Boxenstopp-Anpassungen in Runde 123 und Runde 185 verwandelten seinen Rennwagen schließlich in ein unschlagbares Geschoss auf der Außenbahn.
Zusätzlich meinte es Fortuna gut mit dem Titelfavoriten, als er wenige Augenblicke vor einer Gelbphase durch eine Kollision zwischen Scott Dixon und Alexander Rossi zum Service abbog. Während die Konkurrenz vor verschlossener Boxengasse warten musste, übernahm Palou in Runde 131 kampflos das Kommando an der Spitze.
In der Schlussphase spitzte sich die Lage noch einmal zu, da die Verfolger auf die weicheren Alternate-Reifen setzten, während Palou auf die widerstandsfähigere Primär-Mischung vertraute. Trotz des Reifengrips der Konkurrenz verteidigte der Führende nach dem letzten Restart in Runde 194 seine Position mit minimalen Anpassungen seiner Rennlinie.
„Am Samstag habe ich mich im Auto überhaupt nicht wohlgefühlt“, so Palou. „Aber Julian Robertson und das gesamte Team haben für heute ein wirklich verdammt gutes Auto hingebracht. Zu Beginn des Rennens waren wir im Verkehr noch nicht so komfortabel unterwegs, aber die letzten beiden Stints waren einfach überragend. Es war ein enger Zweikampf mit Newgarden, er hatte enorm viel Speed, und ich war die letzten 30 bis 35 Runden absolut am Limit. Es ist einfach genial, hier zu gewinnen.“
Für spektakuläre Szenen im Feld sorgte auch David Malukas, der sich nach einem schweren Crash am Samstag zurückmeldete und von Startplatz 25 bis auf den dritten Rang nach vorne pflügte. Der Youngster zeigte eine extrem gelungene Vorstellung und kämpfte sich trotz eines unglücklichen Boxenstopp-Timings wieder an die Spitzengruppe heran.
„Das war eine echte Teamleistung“, so der Penske-Fahrer. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so hart gefahren.“

Hinter den Podestplätzen komplettierten Scott McLaughlin im Penske-Chevrolet und Felix Rosenqvist die Top 5 in einem Rennen, das den Fahrern physisch alles abverlangte. Auch Mick Schumacher zeigte eine bärenstarke Leistung auf dem Beton-Untergrund und belohnte sich nach harter Arbeit mit seinem bislang besten Oval- und IndyCar-Ergebnis – der Deutsche landete auf Platz acht.
Die IndyCar Series legt nun eine kurze Pause ein, bevor am 9. August der Grand Prix von Portland auf dem Portland International Raceway steigt. Das Rennen bildet den Auftakt zu einem kräftezehrenden Endspurt von sechs Rennen an fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden.
IndyNXT: Spannung auf der Strecke und neuer Tabellenführer
Matteo Nannini feierte auf dem Nashville Superspeedway von der Pole-Position aus seinen zweiten IndyNXT-Saison-Sieg und den ersten, bei dem er auch direkt als Erster die Ziellinie überquerte. Mit einem Vorsprung von über fünf Sekunden führte er zudem einen historischen Doppelsieg für das Team Cape Motorsports vor seinem Teamkollegen Nikita Johnson an, während Myles Rowe den dritten Platz belegte.
Das Rennen bot extrem viele Überholmanöver und intensive Zweikämpfe an der Spitze. Während Nannini von den Duellen hinter sich profitierte und davonzog, kämpfte sich Nikita Johnson auf den zweiten Platz vor. Damit übernahm Johnson mit nur einem Punkt Vorsprung knapp die Führung in der Gesamtwertung vor Enzo Fittipaldi, der lediglich auf Rang elf landete.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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