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USA-Abenteuer 2020: Gil Linster mit solidem Debüt am New Smyrna Speedway

Dutch NASCAR Fans

Gil Linster hat sich bei der World Series of Asphalt Stock Car Racing in New Smyrna stark verkauft – Mit TGS Competition ging er in der Pro-Late-Model-Serie an den Start

Für jeden Stockcar-Racer ist es der Traum, sich mit den besten Fahrern der Szene in den USA zu messen. Während der Speedweeks geben die NASCAR-Profis am Daytona International Speedway so richtig Gas, aber zeitgleich findet auf dem Short-Track von New Smyrna ein wichtiges Event statt: die World Series of Asphalt Stock Car Racing.

Gil Linster aus Luxemburg stellte sich im Februar 2020 mit seinem Team TGS Competition der Herausforderung in der Pro-Late-Model-Serie. Zuvor hatte Linster in der V8 Oval Series (V8OS) am Raceway Venray und in der NASCAR Whelen Euro Series eine Menge Erfahrung auf dem Oval und in Stockcar-Boliden gesammelt, doch was er in New Smyrna erlebte, toppte alles.

Der Fokus liegt jedoch erst einmal auf der Strecke unweit von Daytona: der Kurs in Florida ist 0,5 Meilen (rund 880 Meter) lang und hat ein Banking von bis zu 20 Grad. Eröffnet wurde die Strecke im Jahr 1967 und seitdem gehört sie zu den wichtigsten Austragungsorten für lokale Stockcar-Klassen, deren Rennen gerne als “Grass Root Racing” bezeichnet werden.

Linster ging in der Pro-Late-Model-Serie an den Start. Die Chassis, Bodies und auch Motoren ähneln denen in der niederländischen V8 Oval Series, aber dennoch gibt es gravierende Unterschiede zum europäischen kleinen Bruder. ‘Leadlap.de’ war in New Smyrna vor Ort und hat mit dem Luxemburger über seinen Start in der World Series of Asphalt Stock Car Racing gesprochen.

“Die Strecke und auch das Auto sind ganz anders als in der V8 Oval Series”, erklärt Linster. “Wir dürfen hier jede Linie fahren, die wir wollen und dürfen auch in jede Lücke stechen, wenn wir das möchten (in der V8OS gibt es strikte Regeln zur Linienwahl; Anm. d. Red.). Das ist natürlich ein riesiger Unterschied.”

Auch das Auto verhält sich ganz anders als die Late Models in den Niederlanden. Linster sagt: “Es ist viel aggressiver und viel spezieller als in Venray. Das Gas- und Bremspedal sind jeweils viel präziser. Die größte Herausforderung waren aber die Konkurrenten. Hier kann man jeden Trick versuchen, den man in seiner Karriere gelernt hat, um sie nervös zu machen, das bringt nichts. Das sind hier einfach Vollprofis. Es ist eher so, dass sie sagen: ‘Du möchtest so fahren? Gerne, dann machen wir das so!’”

Obwohl Linster bei seinem Debüt viele Herausforderungen zu meistern hatte, schaffte es der Luxemburger im Mittelfeld mitzuhalten. In drei Läufen landete er auf den Plätzen 14, elf und zwölf. Im letzten Rennen, das ‘Leadlap.de’ vor Ort selbst miterlebt hat, lieferte er sich einen starken Zweikampf um Platz elf und wurde letztlich auch nicht überrundet.

“Wir hatten im ersten Rennen einige Probleme, weil wir die falsche Übersetzung gewählt hatten”, resümiert der TGS-Pilot. “Ich kam schnell in den Begrenzer, was mein erstes Rennen versaut hat. Das haben wir angepasst und wir haben auch ein paar Setup-Tricks angewendet. Das zweite Rennen war sehr gut und perfekt, um etwas zu lernen. Weil es heißer war, mussten wir wieder das Setup ändern. Es war auch für mich das erste Mal hier, weshalb es Zeit brauchte, bis alles zusammen passte.”

Im dritten Lauf lieferte sich Linster über die gesamte Distanz von 35 Runden einen spannenden Kampf: “Das war mein erstes so richtig heißes Rennen. Ich habe es geschafft, im Feld mitzuhalten. Das war wichtig, um zu lernen und mich als Rennfahrer weiterzuentwickeln.”

Während Linster wichtige Meilen auf seinem US-Abenteuer hinter sich gebracht hat, gewann Jamie Skinner, Sohn der NASCAR-Truck-Legende Mike Skinner, die World Series of Asphalt Stock Car Racing am New Smyrna Speedway in der Pro-Late-Model-Klasse. Außerdem am Start waren die Super Late Models, Modifieds und weitere lokale Ovalrennsport-Klassen.

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