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NASCAR-Weekly: Südstaaten-Flagge verbannt, Harvick und Truex Jr. siegen

Rob Carr/Getty Images

Aufgrund der antirassistischen Bewegungen in den Vereinigten Staaten von Amerika hat auch NASCAR Konsequenzen gezogen und die Südstaaten-Flagge von ihren Events verbannt – Kevin Harvick und Martin Truex Jr. gewinnen in Atlanta und Martinsville

NASCAR ist in den Südstaaten der USA groß geworden und viele Fans haben in Vergangenheit die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika bei den Rennwochenenden gehisst. Damit ist jetzt Schluss! NASCAR hat das Symbol, das seit vielen Jahrzehnten in den USA in der Kritik steht, Rassismus offen zur Schau zu stellen, von ihren Events verbannt. Außerdem wurde der friedliche Protest, bei der Nationalhymne zu knien, seitens NASCAR erlaubt.

Schon beim Atlanta-Wochenende gab es eine Protestaktion seitens NASCAR gegen Rassismus im Land. Während der Pace-Laps wurden die Autos angehalten und NASCAR-Präsident Steve Phelps richtete sich mit klaren Worten gegen Rassismus an die Fahrer, Teams und Zuschauer vor den TV-Geräten. Darrell “Bubba” Wallace Jr. fuhr in Martinsville in einem “Black Lives Matter”-Auto, um ebenfalls ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.

NASCAR Cup Series

Credits: Kevin C. Cox/Getty Images

Am vergangenen Sonntag startete die NASCAR Cup Series am Atlanta Motor Speedway, dem reifenfressenden 1,5-Meilen-Oval im Bundesstaat Georgia. Die beiden Stage-Siege gingen an Martin Truex Jr., der erstmals im Jahr 2020 die vollen Bonuspunkte holte. Der Rennsieg ging aber an Kevin Harvick. Der Stewart-Haas-Pilot dominierte die entscheidende Phase des Rennens und kam vor Kyle Busch, Truex Jr., Ryan Blaney und Denny Hamlin ins Ziel.

Wie anstrengend das Rennen war, wurde beim Anblick von Wallace Jr. klar: der Petty-Pilot brach nach dem Rennen an der Boxenmauer kurz zusammen. Anschließend wurde er auch während eines Interviews mit Fox Sports ohnmächtig. Nach einem medizinischen Check wurde er aber wieder aus dem Care-Center entlassen.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag deutscher Zeit ging es für die NASCAR-Fahrer und -Teams am Halbmeilen-Oval von Martinsville um wichtige Meisterschaftspunkte. Nach einer ruhigen ersten Stage sicherte sich Joey Logano die Bonuspunkte. Im zweiten Segment setzte sich Jimmie Johnson gegen seine Konkurrenten durch, um sich zehn Meisterschaftspunkte und einen Playoff-Zähler zu sichern.

In der finalen Stage fuhr letztlich Truex Jr. zum zweiten Martinsville-Sieg in seiner Karriere. Der Gibbs-Pilot ließ Blaney, Brad Keselowski, Logano und Chase Elliott hinter sich, die die Top 5 komplettierten. Für Truex Jr. war es in der Saison 2020 der erste Sieg, der ihn zu einer Teilnahme an den Playoffs berechtigt.

Austin Dillon musste das Rennen vorzeitig aufgeben, weil es nach einer Beschädigung am Auto sehr heiß in seinem Cockpit wurde und er Abgase eingeatmet hatte. Er musste aus dem Auto gehievt und anschließend medizinisch behandelt werden. Wie bei Wallace Jr. wurde aber bereits Entwarnung gegeben. Am kommenden Sonntag zieht es den NASCAR-Tross zum Homestead-Miami Speedway in Florida.

NASCAR Xfinity Series

Credits: Chris Graythen/Getty Images

In Atlanta gingen auch die Fahrer und Teams der NASCAR Xfinity Series auf Punktejagd. Nachdem Austin Cindric die beiden ersten Stages für sich entschieden hatte, fuhr ein alter Bekannter auf dem 1,5er-Oval zum Sieg: A.J. Allmendinger. Für ihn war es der erste Ovalsieg in einem offiziellen NASCAR-Meisterschaftslauf.

Zuvor hatte Allmendinger, der seit der Saison 2019 nicht mehr als Vollzeit-Fahrer aktiv ist, nur bei Einladungsrennen von NASCAR auf einem Oval gesiegt. Im Jahr 2008 holte er den ersten Platz beim Sprint Showdown am Charlotte Motor Speedway. In der Saison 2018 folgte ein weiterer Sieg in Charlotte beim Monster Energy Open.

Im regulären Betrieb der Meisterschaften galt der 38-jährige Kalifornier als echter Rundkurs-Spezialist. In der NASCAR Cup Series holte er einen Rennsieg in Watkins Glen und in der Xfinity Series, neben dem Triumph in Atlanta, drei Siege auf Rundkursen: In Elkhart Lake, Mid-Ohio und am Roval in Charlotte.

NASCAR Truck Series

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Ein spannendes Atlanta-Rennen lieferte auch die dritte nationale NASCAR-Liga. In der NASCAR Gander RV & Outdoors Truck Series sah Kyle Busch – der beide Stages gewann – lange wie der sichere Sieger aus. Der NASCAR-Veteran leistete sich im letzten Rennsegment jedoch mehrere Strafen, weil er in der Box zu schnell war.

Chase Elliott, der sich beim Truck-Rennen in Charlotte noch den Sieg gesichert hatte, war ebenfalls wieder mit von der Partie und sorgte mit einem Dreher zwei Runden vor Schluss für eine Verlängerung des Rennens. Zu dem Zeitpunkt lag noch Austin Hill vorne, aber Grant Enfinger schaffte es nach dem Restart von Platz fünf aus an die Spitze und sicherte sich den Sieg in Atlanta.

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