Der weiße Hai von Watkins Glen: Shane van Gisbergen deklassiert die Konkurrenz
Shane van Gisbergen gewann das Rennen in Watkins Glen und sorgte mit einer Aufholjagd für mächtig Furore
Shane van Gisbergen hat am Sonntagabend das NASCAR-Cup-Rennen in Watkins Glen dominiert und seinen Status als König der Rundkurse zementiert. Der Neuseeländer setzte sich in der entscheidenden Phase gegen Michael McDowell sowie Ty Gibbs durch und fuhr so seinen ersten Saisonsieg und den insgesamt siebten Erfolg seiner Cup-Karriere ein.
Der Trackhouse-Pilot zeigte in Watkins Glen eine beeindruckende Leistung. Besonders in den letzten 20 Runden legte er eine unglaubliche Aufholjagd hin und machte klar, dass der Sieg auf dem 2,45 Meilen langen Kurs im Bundesstaat New York nur über ihn entschieden werden würde.
Van Gisbergen, wie ein lauerndes Raubtier, wartete geduldig auf den richtigen Moment, um dann gnadenlos zuzuschlagen. Seine Leistung ließ die Konkurrenz erstarren: Nicht nur der Vorsprung von über sieben Sekunden im Ziel beeindruckte, sondern vor allem die spektakuläre Aufholjagd. Innerhalb von nur 18 Runden holte der „Kiwi“ einen Rückstand von beinahe 30 Sekunden auf den Führenden Gibbs auf.
„Es ist unglaublich, mit der Nummer 97 zu gewinnen“, gab ein sichtlich bewegter van Gisbergen nach dem Rennen zu Protokoll. Er dankte seinem Trackhouse-Team für die Anpassungen nach einem schwierigen Training, das das Auto pfeilschnell machte. „Die Strategieentscheidungen von Stephen Doran waren großartig, auch wenn ich mir anfangs nicht sicher war, ob es aufgehen würde“, ergänzte der Sieger.

Dass er zwei Siege in Folge auf diesem geschichtsträchtigen Kurs feiern konnte, verschlug dem sonst so abgeklärten Profi fast die Sprache. „Die Jungs haben in jeder Facette unseres Spiels perfekt abgeliefert, ich bin einfach sprachlos“, so van Gisbergen weiter. Er führte insgesamt 74 der 100 Rennrunden an und kontrollierte das Geschehen fast nach Belieben.
Die Entscheidung fiel durch eine riskante Strategie, als van Gisbergen in Runde 76 unter grüner Flagge stoppte, während die Konkurrenz versuchte, mit altem Gummi und Spritsparen ins Ziel zu ommen. Zu diesem Zeitpunkt lag er 29 Sekunden hinter Gibbs und seinem Teamkollegen Connor Zilisch zurück. Doch während die Gegner auf der Strecke verhungerten, pflügte der Chevrolet mit frischen Reifen durch das Feld.
McDowell, der am Ende den zweiten Platz belegte, erkannte die Überlegenheit des Neuseeländers neidlos an. „Es gab Momente, in denen ich dachte, wir könnten an SVG dranbleiben, aber es fühlte sich an, als würde er nur mit uns spielen“, erklärte der Spire-Pilot. Sobald er Druck machte, habe van Gisbergen einfach wieder das Tempo angezogen und sich abgesetzt.
Für Gibbs endete der Tag auf dem dritten Rang mit einer Portion Frust im Gepäck. Der Youngster war durch das extreme Spritsparen in den letzten 39 Runden zur defensiven Fahrweise verdammt. „Ich wünschte, wir hätten richtig Gas geben können, aber leider mussten wir Benzin sparen“, so Gibbs enttäuscht, der van Gisbergen in Runde 93 kampflos ziehen lassen musste.
Hinter dem Führungstrio sortierten sich Chase Briscoe und Tyler Reddick ein, wobei Letzterer seine Führung in der Meisterschaft weiter ausbaute. Austin Dillon sicherte sich mit Rang sechs sein erstes Top-10-Ergebnis der Saison. Das Feld der NASCAR Cup Series zieht nun weiter nach Dover, wo am Sonntag das prestigeträchtige All-Star-Race auf dem Programm steht.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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