Heim-Time in Michigan: Der aktuelle Truck-Champion siegt wieder
Corey Heim gewann das Rennen auf dem Michigan International Speedway – Der aktuelle Champion setzte sich in den letzten Runden gegen Kaden Honey Honeycutt durch
Corey Heim hat am Samstag auf dem Michigan International Speedway ein packendes Duell in der NASCAR Craftsman Truck Series für sich entschieden. Der aktuelle Champion setzte sich in einem dramatischen Finale im Überrundungsverkehr hauchdünn gegen seinen Tricon-Garage-Teamkollegen Kaden Honeycutt durch. Für den 23-jährigen war es der erste Triumph auf dem Zwei-Meilen-Oval.
Mit diesem Erfolg feierte Heim den 26. Sieg seiner Truck-Karriere. Gleichzeitig trug er sich auf der 22. verschiedenen Rennstrecke in die Siegerlisten ein – ein historischer Wert, den in der Geschichte der Serie nur Hall-of-Famer Ron Hornaday Jr. mit 31 Kursen übertrifft. Für Heim läuft es derzeit ohnehin rund: Es war sein dritter Saisonsieg im erst fünften Start, nur eine Woche nach der Bekanntgabe seines Aufstiegs in die Cup-Serie mit 23XI Racing für das Jahr 2027.
Das entscheidende Manöver setzte der Toyota-Pilot 15 Runden vor Schluss, als er am bis dato dominanten Carson Hocevar vorbeizog. Im Ziel trennten Heim und den heranstürmenden Honeycutt gerade einmal 0,065 Sekunden. Direkt nach dem Fall der Zielflagge bedankte sich der Sieger bei seinem Teamkollegen für den entscheidenden Windschattenschub in den Schlussminuten.
„Wir haben vor dem Rennen besprochen, dass wir es am Ende unter uns ausfahren werden, und genau das haben wir getan“, rekapitulierte Heim den Showdown. „Er hat versucht, an meine rechte hintere Seite zu kommen, was ihm wahrscheinlich den Sieg eingebracht hätte, also musste ich die Linie verteidigen. Respekt an Kaden und auch an Christopher Bell – ich weiß zwar nicht, wo er am Ende gelandet ist, aber er war den ganzen Tag stark. Die letzten Runden da draußen waren einfach der Wahnsinn.“
Honeycutt verpasste damit seinen zweiten Karrieresieg nur um Haaresbreite, zeigte sich nach dem engen Duell aber als fairer Verlierer. „Das war ein gutes Rennen am Ende mit uns fünf da vorne, und ich bin mir sicher, dass es für die Fans eine tolle Show war“, gab der 21-Jährige zu Protokoll. „Es ist unglücklich, dass ich den Sieg nicht geholt habe. Ich habe gefühlt einfach schon zu viele davon durch eigene Fehler verloren, das wurmt mich am meisten.“
Der große Verlierer des Tages war Lokalmatador Hocevar, der stolze 65 der 126 Runden anführte, sich im Ziel aber mit Rang drei begnügen musste. Der Cup-Fahrer kämpfte den ganzen Tag mit einem überhitzenden Motor in seinem Chevrolet und verpasste das perfekte Geburtstagsgeschenk für seine Mutter.
„Alle haben einen guten Job gemacht, es ist einfach schrecklich, dass wir es nicht nach Hause gebracht haben“, ärgerte sich Hocevar. „Ich hatte das Gefühl, ich hätte es besser machen können, weiß aber nicht, was ich hätte anders machen sollen. Ich wüsste gerne, was mit voller Motorleistung drin gewesen wäre.“
Hinter dem Führungstrio komplettierten die Front-Row-Motorsports-Piloten Chandler Smith und Layne Riggs die Top 5. Besonders die Aufholjagd von Riggs war beachtlich, da er nach Problemen beim Boxenstopp zwischenzeitlich eine Runde zurücklag. Mit dem fünften Platz verteidigte der Sieger der vergangenen beiden Rennen seine Tabellenführung im Championat mit 26 Punkten Vorsprung auf Honeycutt.
Christopher Bell, der beide Stages dominierte und 37 Runden anführte, rettete den sechsten Platz ins Ziel. Die weiteren Top-10-Plätze sicherten sich Cup-Pilot Ricky Stenhouse Jr., Connor Mosack, Jake Garcia und Tyler Ankrum.
Publikomsliebling Cleetus McFarland drehte sich im Verlauf des Rennens, sorgte für eine von insgesamt sieben Gelbphasen und beendete seinen zweiten Kumpel-Einsatz in der Serie auf Rang 25 in der Führungsrunde.
Nach sechs anstrengenden Rennwochenenden am Stück verabschieden sich die Trucks nun in eine kurze Pause. Weiter geht es am 19. Juni mit einer echten Premiere: dem ersten Gastspiel der NASCAR Truck Series auf der Naval Base Coronado in San Diego.
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





