NASCAR-Modified: Jon McKennedy gewinnt auf dem Oxford Plains Speedway

NASCAR-Modified: Jon McKennedy gewinnt auf dem Oxford Plains Speedway
Foto: NASCAR Regional

Jon McKennedy gewann das Rennen der NASCAR Whelen Modified Tour auf dem äußerst runden Oxford Plains Speedway – Aufgrund der Probleme der Titelkandidaten wurden die Karten im Kampf um den Titel neu gemischt

Jon McKennedy hat am Samstagabend das Rennen der NASCAR Whelen Modified Tour auf dem Oxford Plains Speedway im US-Bundesstaat Maine dominant gewonnen. Der Champion von 2022 sicherte sich beim ersten Gastspiel der Serie auf dieser Strecke seit 1991 seinen vierten Karrieresieg und den zweiten Saisonsieg des Jahres 2026. McKennedy übernahm früh die Führung von Polesitter Stephen Kopcik und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus nach Belieben.

Hinter dem dominanten Sieger nutzten die Verfolger die Patzer der Meisterschaftsfavoriten eiskalt aus. Während die Titelanwärter Kopcik und Austin Beers mit Problemen zu kämpfen hatten und wertvolle Punkte verloren, stürmte Tyler Rypkema von Boehler Racing Enterprises auf den zweiten Platz. Eric Goodale komplettierte das Podium als Dritter, gefolgt von Ronnie Williams und dem Youngster Paulie Hartwig III, der mit Rang fünf sein bestes Karriereergebnis feierte.

McKennedy profitierte das gesamte Wochenende von seiner enormen Erfahrung auf dem anspruchsvollen Short-Track, auf dem er in der Vergangenheit bereits mit Modified- und Supermodified-Boliden siegreich war. Das Auto mit der Startnummer 79 war von den ersten Trainingsrunden an das Maß der Dinge und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Lediglich die Pole-Position blieb dem Sieger verwehrt, da das Qualifying wegen eines Regenschauers am Nachmittag abgesagt werden musste.

„Am Ende des Tages habe ich eine tolle Truppe hinter mir“, erklärte McKennedy nach seinem Triumph im Victory-Lane. „In die Vorbereitung auf dieses Rennen ist extrem viel Arbeit geflossen, und das Auto war ehrlich gesagt fantastisch. Ich war völlig entspannt, als das Rennen einfach unter Grün lief. Der Wagen war den ganzen Tag über eine Rakete. Was soll ich sagen?“

Durch den Patzer der Konkurrenz ist McKennedy nun wieder mittendrin im Kampf um die Meisterschaft. Beers rutschte auf den elften Platz ab und landete damit erstmals seit dem Rennen auf dem Richmond Raceway im Jahr 2024 außerhalb der Top 10. Auch der aktuelle Tabellenführer Kopcik erlebte einen Nachmittag zum Vergessen, was die Dynamik im Titelkampf der Saison 2026 völlig verändert.

Ein echtes Ausrufezeichen setzte Rypkema, der sich trotz gesundheitlicher Probleme am Morgen durchbiss. Für sein Team war der zweite Platz eine emotionale Erlösung nach einer langen Pechsträhne. Der ikonische blaue Bolide war übrigens das einzige Auto im Feld, das bereits beim historischen Rennen im Jahr 1991 in Oxford am Start war – damals ebenfalls auf dem zweiten Rang.

„Das haben wir wirklich gebraucht“, gab ein sichtlich erleichterter Rypkema nach der Zieldurchfahrt zu Protokoll. „Wir hatten zwei wirklich schlechte Rennen in Folge mit dem Crash in Riverhead und dem Mauerkuss in Seekonk, der meinen Abend dort quasi im Alleingang beendet hat. Sobald ich die Zielflagge sah, dachte ich nur: ‚Gott sei Dank, das haben wir gebraucht‘. Ich habe diese Strecke vor dem heutigen Tag noch nie gesehen, aber es ist ein lustiger kleiner Kurs.“

McKennedy betonte derweil, dass die Streckenkenntnis auf dem unbarmherzigen Oval der Schlüssel zum Erfolg war. Seine Fahrt erinnerte an seine Meisterschaftssaison 2022, als er das Rennen auf dem Claremont Speedway ähnlich dominant anführte. Der Routinier hatte das Renngeschehen und seine Gegner zu jedem Zeitpunkt voll im Griff.

„Es sah so aus, als hätten wir zwei Zehntel Vorsprung auf das Feld“, analysierte McKennedy seinen Vorteil. „Wir hatten definitiv einen kleinen Vorsprung. Oxford Plains ist eine Strecke, die extrem sensibel auf die Ideallinie reagiert. Es gibt dort draußen keine Markierungen, die Bahn ist breit und die Wahrnehmung der Bremspunkte ist eine echte Herausforderung. Runden und Erfahrung helfen hier definitiv, und das hat sich heute ausgezahlt.“

In zwei Wochen reist die NASCAR Whelen Modified Tour weiter zum White Mountain Motorsports Park. Am 20. Juni steht dort das Thunder in the Mountains 200 auf dem Programm, bei dem die Karten im Kampf um die Meisterschaft neu gemischt werden.

Dir hat dieser Artikel gefallen? Journalismus auf Leadlap.de ist und bleibt dauerhaft werbefrei und für alle ohne Bezahlschranke kostenlos. Damit ich dieses Projekt auch in Zukunft unabhängig und in dieser Tiefe betreiben kann, freue ich mich über deine freiwillige Unterstützung. Jeder Beitrag hilft direkt dabei, die Qualität und Vielfalt meiner Berichterstattung zu sichern.

Jetzt Leadlap.de und André Wiegold unterstützen via PayPal

(Hinweis: Freiwilliger Beitrag zur Förderung journalistischer Inhalte, inkl. USt., keine steuerlich absetzbare Spende.)

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.