Erfolgreicher IR-28-Test in Indianapolis: Palou und Rossi validieren neues IndyCar
Auf dem Indinapolis Motorspeedway testeten Alex Palou und Alexander Rossi das IR‑28-Chassis auf dem Oval – Beim Test ging es primär um das aerodynamische Verhalten des neuen Modells
Nachdem sich Alex Palou in der Saison 2026 seinen fünften Meistertitel in der IndyCar-Serie gesichert hat, testete der Spanier im Namen von Honda das neue IR-28-Chassis in Indianapolis. Im Zentrum der Probefahrten standen vorwiegend die Validierung der Aerodynamik des neuen Modells, das ab 2028 regulär zum Einsatz kommen wird.
Palou übernahm den Prototypen von ECR-Pilot Alexander Rossi, der bereits am Mittwoch erste Runden auf dem 2,5 Meilen langen Oval absolviert hatte. Der Spanier war aufgrund medialer Verpflichtungen wegen seines Titels verhindert. Am Ende arbeitete der amtierende Champion sein Testprogramm fehlerfrei ab und beendete die Session sogar eine Viertelstunde vor dem geplanten Ende.

Fokus auf Aerodynamik statt Rundenzeiten
Das Hauptaugenmerk der Ingenieure lag auf der Evaluierung verschiedener Aerodynamik-Konfigurationen und extremen Anpassungen der Fahrzeughöhe, anstatt auf der reinen Rundenzeitenjagd. Obwohl der Fokus nicht auf der Geschwindigkeit lag, stellte Palou fest, dass der Bolide im Laufe der Session ganz natürlich an Tempo zulegte.
„Wir konnten dank des guten Wetters viel mehr Runden fahren als erwartet, und das Auto fühlte sich hervorragend an“, resümierte der Chip-Ganassi-Pilot. „Tatsächlich waren wir ziemlich schnell unterwegs. Wir haben uns im Laufe des Tages um mehr als zwei Meilen pro Stunde (3,22 km/h) gesteigert, ohne überhaupt gezielt darauf hinzuarbeiten.“
Dabei zog der Spanier unweigerlich einen Vergleich zu den ersten Fahrversuchen mit dem IR-28 auf dem Rundkurs des Indianapolis Motor Speedway. „Auf dem Rundkurs muss man viel mehr mit dem Auto kämpfen, das war ein ziemlicher Unterschied“, erklärte Palou. „Hier auf dem Oval fühlt es sich zwar ruhiger an, erinnert vom Grundverhalten aber stark an unser aktuelles Fahrzeug.“

Gegen Ende des Tages trimmte das Team das Auto für einen abschließenden Stint auf weniger Luftwiderstand und fand dabei ca. eine Meile pro Stunde (1,61 km/h) an Geschwindigkeit. Der Sprung überraschte Palou, da es sich nicht um ein reines Qualifying-Setup handelte. Zudem nutzte die Mannschaft die Zeit, um Hitzeprobleme im Cockpit zu beheben, von denen Rossi beim Test am Mittwoch berichtet hatte.
„Ich glaube, die Temperatur war gestern noch ein Problem für Rossi. Wir haben jedoch Anpassungen vorgenommen und konnten zusätzliche Kühlöffnungen nutzen, über die dieses Auto verfügt – im Gegensatz zu unserem aktuellen Modell“, so Palou. „Das hat extrem gut funktioniert. Es fehlen nur noch ein paar Details, aber es geht nicht um grundlegende Performance-Themen wie noch auf dem Rundkurs.“
Evolution statt Revolution: Rossi sieht klare Parallelen
Auch Alexander Rossi hob Ähnlichkeiten zum aktuellen Boliden hervor: „Es macht alles, was ein IndyCar hier tun sollte“, stellte der Indy-500-Sieger von 2016 fest. „Wir haben grundlegende mechanische sowie aerodynamische Änderungen durchgespielt, um die Unterschiede zu verstehen, die uns in ein paar Jahren erwarten werden. Es gab keine Überraschungen – im Grunde war alles ziemlicher Standard.“
Rossi führte weiter aus: „Ich würde nicht sagen, dass es gravierende Unterschiede zwischen diesem und unserem jetzigen Auto gibt. Es sind eher feine Nuancen, wenn man wirklich penibel sucht. Man darf nicht vergessen: Das aktuelle Speedway-Auto, das wir hier fahren, ist bereits extrem gut abgestimmt. In meinen Augen werden wir hier also keine völlig revolutionären Neuerungen erleben. Das neue Auto erfüllt die Erwartungen an das Fahrgefühl in jeder Hinsicht. Es gibt keine bösen Überraschungen.“
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, verriet Rossi, dass das IR-28 Setup-Optionen bietet, die wesentlich mehr Abstimmungsmöglichkeiten zulassen als der aktuelle Dallara DW12. „Ich möchte mich da nicht in Details verlieren, aber es gibt einige signifikante mechanische Änderungen, die man vornehmen kann und die beim aktuellen Auto schlicht nicht zur Verfügung stehen“, erklärte der US-Amerikaner.

Erleichterung bei IndyCar-Verantwortlichen
Auch Mike O’Gara, der Vizepräsident des Wettbewerbs der IndyCar, zog gegenüber RACER ein positives Feedback: „Ich werde heute Nacht definitiv besser schlafen, das kann ich Ihnen sagen. Es lief wirklich hervorragend. Wir konnten gestern eine Menge wichtiger Punkte mit ihm [Rossi] abarbeiten. Es war eine Geschichte von zwei völlig unterschiedlichen Wetterlagen, denn am Mittwoch war es brütend heiß. So haben wir uns voll auf das Basis-Setup konzentriert. Alle haben an einem Strang gezogen, und das war eine enorme Hilfe – ein wahrer Kraftakt aller Beteiligten von Dallara über HRC bis hin zu Chevy.“
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Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.







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