„Lasst uns das Coke 600 gewinnen“: Keselowski nach Kansas-Ausfall kämpferisch

„Lasst uns das Coke 600 gewinnen“: Keselowski nach Kansas-Ausfall kämpferisch
Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

In Kansas schied Brad Keselowski auf Platz zwei liegend mit einem Reifenschaden aus – Der RFK-Ford-Pilot will beim Coke 600 zurückschlagen und zeigt sich trotz Platz 33 in der Gesamtwertung optimistisch

Der wohl dramatischste Moment in Kansas war der Ausfall von Brad Keselowski. Der Teambesitzer von RFK-Racing kämpft schon seit einigen Rennwochenenden mit seiner Renn-Pace. Während seine Teamkollegen gute Resultate einfahren, landet der Ford-Pilot mit der Startnummer 6 immer weit hinten – derzeit liegt er auf Gesamtrang 33. Umso ärgerlicher war es, dass er in Runde 195 auf Platz zwei liegend mit einem Reifenschaden ausschied.

Dennoch blickt der Teambesitzer positiv auf seinen Lauf zurück. Nachdem er aus dem Infield-Care-Center entlassen wurde, sagte er gegenüber Frontstretch: “Wir haben es geschafft, uns in eine Position zu bringen, in der wir Rennen gewinnen können, und es fühlt sich an wie eine Generalüberholung des 6er Teams an, verglichen mit dem, wo wir vergangenes Jahr waren. Langsam macht es klick. Leider zeigen die Ergebnisse noch nicht das Potenzial, das wir haben.”

Für das kommende Rennwochenende zeigt er sich motiviert, auf die Frage, wie er sich im Moment fühle, antwortete der Fahrer der Startnummer 6: „Lasst uns das Coke 600 gewinnen, das sind meine Emotionen. Lasst uns schnelle Autos zum Coke 600 bringen und das Rennen einfach gewinnen.“

Neue Reifenkombination auf dem Kansas Speedway

Die Reifen waren ein allgemeines Thema an diesem Wochenende. Goodyear brachte in dieser Woche eine neue Reifenkombination an den Start. Auf der linken Seite wurden in diesem Jahr andere Pneus als im Vorjahr verwendet, die sich vor allem durch einen höheren Reifenverschleiß und langsamere Rundenzeiten auszeichneten.

Der neue Goodyear machte sich bereits am Samstag im Freien Training bemerkbar. Dort hatten Shane Van Gisbergen, Chase Briscoe und Keselowski bereits Reifenschäden auf der linken Seite. Weitere Reifenplatzer während des Advent Health 400’s sorgten für gelbe Flaggen. Neben Keselowski landete auch William Byron in der Mauer. 

Auch Rennsieger Kyle Larson ging am Ende des Rennens schonend mit seinen Reifen um und der Zweitplatzierte Christopher Bell erklärte nach dem Lauf in einem Interview mit Fox, dass er seine Gummis aufgebraucht habe. Obwohl die Reifenkombination in Kansas neu war, konnten die Teams bereits in Las Vegas, Homestead, Darlington und Texas Erfahrungen sammeln. Dort gab es keine derartigen Probleme.

Crew-Chiefs strapazieren die Reifen

Entscheidend ist vor allem der Reifendruck. Goodyear empfiehlt hier bestimmte Werte. Die Crew-Chiefs unterschreiten diese aber gerne, um mehr Grip zu generieren und eine schnellere Pace zu erreichen.

Das hängt damit zusammen, dass die Next-Gen-Autos mit dem Heckdiffusor den größten Abtrieb erzeugen. Je näher dieser an der Strecke ist, desto mehr Grip hat das Auto. Ab einem gewissen Punkt können die Teams das Fahrzeug nicht mehr mechanisch absenken, sondern müssen auf den Reifendruck zurückgreifen. Ein flacherer Pneu mit weniger Druck bringt das Auto näher an den Asphalt.

TV-Analyst Steve Letarte erklärt die Reifenschäden in Kansas so: “Meiner Meinung nach wissen alle [Teams], dass Kansas [für die Reifen] nicht so belastend ist wie Las Vegas, also sind die Teams aggressiver [mit dem Reifendruck] gewesen.“

Ein solcher Ansatz ist also ein niedrigerer Innendruck, der das Auto zwar schneller macht, aber auch die Pneus potenziell mehr strapaziert. Wenn die Teams das Verhalten der Goodyears auf einer Strecke nicht kennen, kann dies potenziell zu mehreren Reifenschäden führen.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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