Trotz verpatzten Restarts: Raphael Lessard feiert ersten OPEN-Sieg auf dem Circuit Paul Ricard

Trotz verpatzten Restarts: Raphael Lessard feiert ersten OPEN-Sieg auf dem Circuit Paul Ricard
Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Auf dem Circuit Paul Ricard holte Raphael Lessard seinen ersten Sieg in der NASCAR Euro Series OPEN – Nach einem verpatzten Restart kämpfte sich der Kanadier an die Spitze zurück

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Raphael Lessard den ersten Sieg in der OPEN-Kategorie der NASCAR Euro Series holt. Bereits beim ersten Lauf auf dem Circuit Paul Ricard hatte der junge Kanadier von Alumitec Racing mit einer starken Aufholjagd geglänzt. Beim zweiten Rennen in Frankreich machte er nun den Sack zu und sicherte sich seinen ersten Sieg vor Thomas Dombrowski und Gil Linster.

Probleme hatte der Pilot der Startnummer 11 lediglich beim Restart, nachdem die #20 von Lux Motorsport eine Gelbphase ausgelöst hatte. Als die grüne Flagge geschwenkt wurde, verpasste er zunächst den entscheidenden Moment und wurde nach hinten gereicht. Der 24-Jährige arbeitete sich jedoch ohne große Schwierigkeiten von Rang vier wieder an die Spitze zurück.

Mit viel Nationalstolz und geschwenkten Kanadaflaggen im Hintergrund stieg Lessard mit einem breiten Grinsen aus seinem Boliden, um seinen Premierensieg gebührend zu feiern.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

„Ja, endlich! Es war ein hartes Stück Arbeit“, so Lessard. „Ich hätte nach Valencia nicht erwartet, dass wir überhaupt noch einen Sieg holen, aber wir haben es geschafft. Und das, obwohl ich mich erst wieder von P3 oder P4 vorkämpfen musste. Ich weiß gar nicht mehr genau – ich hatte das Kommando zum Restart nicht rechtzeitig bekommen. Aber ich kann meinen Jungs von Alumitec Racing nicht genug danken. Das Team hat einen fantastischen Job gemacht. Und an alle zu Hause: Danke für die Unterstützung!“

Auf die Frage, wie er den Sieg feiern werde, antwortete der Kanadier: „Normalerweise fahre ich nach Hause und ruhe mich aus, um morgens zur Arbeit zu gehen. Aber ich denke, heute Abend werden wir es definitiv krachen lassen!“

Doch nicht nur bei Lessard gab es Probleme beim Restart: Auch Jens Beusaert führte diesen nicht korrekt aus und kassierte dafür eine Zeitstrafe.

Im Kampf um Rang zwei entbrannte in den finalen Runden noch ein enges zwischen Linster und Dombrowski. Beide schenkten sich nichts, doch am Ende war es Dombrowski, der vor Linster die Nerven behielt.

Thomas Toffel, der bis zu diesem Zeitpunkt alle Rennen der OPEN-Series gewonnen hatte, schrammte nur knapp am Podium vorbei und wurde Vierter vor Vladimiros Tziortzis. Der Schweizer behält mit 153 Punkten weiterhin die Führung in der Gesamtwertung.

Listers Podiumsplatz und Tziortzis’ Platz unter den Top 5 festigten ihre Position als Toffels nächste Verfolger. Sie liegen 18 bzw. 22 Punkte zurück, während Lessard, auf Platz vier liegt.

Foto: NASCAR Euro Series / Nina Weinbrenner

Dahinter kam die Gewinnerin der Lady Trophy, Beitske Visser, mit der Startnummer 77 ins Ziel. Die Niederländerin sicherte sich damit ihr bestes Saisonergebnis und strich an diesem Wochenende beide Siege in der Frauenwertung ein.

In der Legend Trophy für Fahrer ab 45 Jahren lieferte Melvin de Groot einmal mehr eine starke Leistung ab und sicherte sich mit dem siebten Gesamtrang den Klassensieg. Das Podium der Legenden komplettierten Claudio Cappelli auf Platz 11 und Kenko Miura auf Platz 13.

Direkt hinter de Groot reihte sich Beeusaert ein. Zwar fiel er durch seine bereits erwähnte Zeitstrafe auf den achten Platz zurück, dennoch feierte er einen Sieg in der Master-Trophy bei seinem Debütwochenende in der OPEN-Series. Hinter ihm reihten sich Maxim van Laere und Florian Richard auf dem Masterpodium ein.

Mit diesem Ergebnis ist das Event der NASCAR Euro Series OPEN in den Büchern. Nun richten sich die Blicke auf den nächsten Lauf auf der Indy-Konfiguration des britischen Brands Hatch am 6. Juni, bevor es in die Sommerpause geht.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.