Huset’s Shootout: Axsoms emotionaler Premieren-Sieg krönt packendes World-of-Outlaws-Wochenende

Huset’s Shootout: Axsoms emotionaler Premieren-Sieg krönt packendes World-of-Outlaws-Wochenende
Foto: Tyler Carr / World of Outlaws

Beim Gastspiel der World of Outlaws auf dem Husets Speedway siegten Sheldon Haudenschild Buddy Kofoid und Emerson Axsom – Das Wochenende bot harte Duelle dominante Siege und viele Emotionen

Der dreitägige Auftritt der World of Outlaws Sprint Car Series auf dem Huset’s Speedway in Brandon, South Dakota, bot alles, was das Rennfahrer-Herz begehrt. Von knallharten Rad-an-Rad-Duellen über dominante Alleingänge im Überrundungsverkehr bis hin zu echten Tränen der Erleichterung beim großen Finale.

Garet Williamson und Sheldon Haudenschild teilten sich am ersten Abend auf dem Huset’s Speedway die erste Startreihe und lieferten den Fans vor den voll besetzten Rängen eine Show.

Zunächst sicherte sich Williamson die Führung, während Haudenschild hinter David Gravel auf den dritten Platz zurückfiel. Doch der Pilot der Startnummer 18 brauchte nicht lange, um sich zu sammeln. Bereits in der fünften Runde zog er am zweimaligen Champion vorbei und nahm Williamson ins Visier.

Haudenschild saugte sich an den Führenden heran und wartete auf den perfekten Moment. In Runde zwölf setzte er sein Manöver an: Williamson rutschte in den Kurven drei und vier leicht nach außen, was Haudenschild ausnutzte, um auf der äußeren Linie vorbeizugehen.

Zwar konterte Williamson mit einem Slide-Job, doch Haudenschild behielt dank eines Crossovers die Oberhand. Wenige Runden später riskierte Williamson einen weiteren Versuch, aber erneut verteidigte sein Kontrahent die Spitze, bevor eine Gelbphase das Duell unterbrach.

Der anschließende Restart verschaffte dem Haudenschild die dringend benötigte Clean Air. Weder Williamson noch der aufschließende Michael „Buddy“ Kofoid konnten noch einen entscheidenden Angriff setzen. So sicherte sich der Mann aus Wooster, Ohio, souverän den nächsten Sieg.

Es habe ihm überhaupt nichts ausgemacht, anfangs nur auf Platz zwei zu lauern, erklärte Haudenschild nach dem Rennen gelassen. Als das Feld auf die Überrundeten auflief, witterte er seine Chance. Restarts hingegen seien immer eine Zitterpartie. 

„Ich hing lange hinter einem überrundeten Fahrzeug fest und kam einfach nicht vorbei“, analysierte der Sieger. In solchen Momenten wisse man genau, dass die Konkurrenz sofort aufschließt, sobald man das eigene Tempo anpassen muss. 

Kofoid in seiner eigenen Liga

Kofoid zeigte sich auch am Samstagabend beim zweiten Lauf des Wochenendes, wieso das Fahrerlager ihn auf dem Zettel haben sollte. Zunächst gab Steven Snyder Jr. das Tempo vor, doch Kofoid benötigte lediglich sieben Runden, um sich an die Spitze zu setzen. 

Von da an diktierte der 24-Jährige in seinem Roth-Motorsports-Sprint-Car das Rennen. Er navigierte ohne Probleme durch den Überrundungsverkehr, sodass die Konkurrenz schlichtweg keine Chance hatte. 

Das Navigieren durch den dichten Überrundungsverkehr sei extrem hektisch gewesen, gab Kofoid später zu Protokoll. Dennoch schätzte er genau diese Herausforderung. „Es ist zwar nervenaufreibender, wenn man führt, weil man nicht genau weiß, wo die anderen Zeit gutmachen oder wie hart man pushen muss“, erklärte er. 

Gegen Ende, als das Feld durch eine rote Flagge für die letzten sieben Runden noch einmal zusammenrückte, zählte für ihn nur noch pure Präzision: Lücken finden, den Speed hochhalten und Fehler vermeiden – selbst wenn er kurzzeitig die Ideallinie verlassen musste.

Tränen der Erleichterung: Axsom feiert seinen ersten Outlaws-Triumph

Der Sonntag war von Emotionen geprägt: Emerson Axsom kämpfte in der Victory Lane sichtlich mit den Tränen.

Der 21-Jährige gilt als eines der größten Nachwuchstalente seines Sports. In dieser Saison bestreitet Axsom erstmals ein Vollzeitprogramm in der Sprint Car Series mit seinem Vater Joe als Crew Chief an seiner Seite.

Axsom lieferte auf dem anspruchsvollen Oval ein fehlerfreies Rennen über 40 Runden ab. Zur Rennmitte lieferte er sich einen Schlagabtausch mit Carson Macedo, bei dem die Führung mehrfach wechselte. 

In der Schlussphase musste der Youngster zudem mehrere späte Restarts überstehen, während ihm Veteranen wie David Gravel oder Buddy Kofoid im Nacken saßen. Doch Axsom ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er hielt die Besten der Branche hinter sich und sicherte sich seinen langersehnten ersten World-of-Outlaws-Sieg. 

„Ganz ehrlich, ich bin kurz davor, in Tränen auszubrechen“, gestand ein emotionaler Axsom im Siegerinterview. Es sei ein großartiges, aber auch enorm kräftezehrendes Jahr gewesen. Sein Stolz gelte vor allem der harten Arbeit seines kleinen Teams: „Wir sind hier draußen im Grunde nur mein Vater, ich und ein weiterer Mechaniker. Wir geben jede Woche absolut alles.“ 

Für den 21-Jährigen ist dieser Erfolg weit mehr als nur ein Pokal. Es ist der Beweis, in der härtesten Rennserie der Welt bestehen zu können. „Das ist mein absoluter Traum“, betonte er. Es sei unbeschreiblich schwer, in dieser Liga Rennen zu gewinnen, da an jedem Abend acht bis zehn Fahrer für den Sieg infrage kämen. 

Die Tatsache, dass sie als aktueller Tabellenzwölfter nun ein Outlaw-Rennen gewonnen hätten, zeige die enorme Leistungsdichte des Feldes. „Gegen diese Jungs anzutreten, hat mich zu einem so viel besseren Fahrer gemacht“, resümierte Axsom und schloss mit einer klaren Kampfansage: „Es ist ein Traum, der wahr wird – und ich hoffe, dass ich noch sehr lange hier sein werde.“

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.