NASCAR Whelen Euro Series

EuroNASCAR 2 in Grobnik: Hendriks Motorsport holt starken Doppelsieg

NASCAR Whelen Euro Series / Stephane Azemard

Hendriks Motorsport hat in der EuroNASCAR-2-Meisterschaft im kroatischen Grobnik so richtig aufgetrumpft – Die Niederländer gewannen vergangenes Wochenende mit Martin Doubek und Tobias Dauenhauer beide Läufe

Hendriks Motorsport hatte am vergangenen Wochenende auf dem Automotodrom Grobnik allen Grund zum Feiern. Das Team aus den Niederlanden verbuchte in der EuroNASCAR-2-Meisterschaft der NASCAR Whelen Euro Series (NWES) gleich zwei Siege. Am Samstag gelang es Martin Doubek mit einem ersten Platz, die Lücke in der Meisterschaft zu schließen. Am Sonntag schlug dann aber Spitzenreiter Tobias Dauenhauer zurück.

Samstag: Doubek siegt, Dauenhauer bekommt Strafe

Zunächst sah es im ersten Lauf der EuroNASCAR-2-Meisterschaft danach aus, als würde Polesetter Dauenhauer einem sicheren Sieg entgegen fahren. Der Deutsche setzte sich beim Start sofort von seinem Teamkollegen Doubek und Vladimiros Tziortzis von Academy Motorsport ab. Da jedoch die Hendriks-Mechaniker noch auf dem Grid am Ford Mustang mit der Startnummer 50 gearbeitet hatten, bekam Dauenhauer eine Durchfahrtsstrafe.

Credits: NASCAR Whelen Euro Series / Stephane Azemard

Damit war die Bahn frei für Doubek, der jedoch alle Hände voll zu tun hatte, die Angriffe von Tziortzis abzuwehren. Der Zypriot kam letztlich auf Platz zwei ins Ziel. “Ich weiß nicht, was mit Tobias passiert ist, aber ich denke, dass ich ihn in zwei Runden eingeholt hätte”, sagt Doubek, der jetzt 28 Punkte hinter dem Spitzenreiter Dauenhauer liegt.

“Ich habe die Führung übernommen und dann das Pedal durchgedrückt, jedoch hat Vladimiros eine Menge Druck ausgeübt. Es war für mich ein stressiges Rennen. Ich habe viele Punkte für mich und mein Team geholt, das einen tollen Job gemacht hat.”

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DF1-Racing-Pilot Justin Kunz freute sich über das zweite Podium seiner NWES-Karriere. Der Deutsche profitierte von einem Reifenschaden seines Teamkollegen Simon Pilate und fuhr auf Rang drei. Pilate war zuvor mit der überrundeten Alina Loibnegger kollidiert, weshalb sein Chevrolet vor dem Ritt ins Kiesbett schaden genommen hatte.

Gewinner in der Rookie Trophy war der Italiener Alberto Panebianco am Steuer des Chevrolet Camaros mit der Nummer 89 von Not Only Motorsport. Den zweiten Rang sicherte sich Melvin De Groot vom Team Bleekemolen. Der erfahrene Niederländer feierte in Grobnik sein NWES-Debüt mit dem niederländischen Team, da sich Stammpilot Michael Bleekemolen von einer Verletzung erholt.

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Leonardo Colavita rundete das Rookie-Trophy-Podium ab. Der 16-jährige Italiener hat nicht nur einen guten Einstand in der EuroNASCAR gefeiert, sondern auch Geschichte geschrieben. Mit 16 Jahren und drei Tagen ist er der jüngste Pilot, der jemals in der europäischen NASCAR-Serie an den Start gegangen ist. Zuvor hatte Ben Creanor mit 16 Jahren und 29 Tagen den Rekord inne.

De Groot sicherte sich mit seinem zweiten Rang in der Rookie-Wertung gleichzeitig auch den Sieg in der Legend Trophy für Fahrer ab 40 Jahren. Zweiter wurde Massimiliano Lanza in Diensten von CAAL Racing. Yevgen Sokolovskiy von Marko Stipp Motorsport rundete das Podium der Sonderwertung ab. Die Lady Trophy entschied Loibnegger von Solaris Motorsport für sich. Da Arianna Casoli das Kroatien-Rennen aber ausgelassen hat, hatte die Österreicherin keine Konkurrenz.

Dauenhauer wurde durch seine Durchfahrtsstrafe auf den sechsten Gesamtrang zurückgespült – doch im Sonntagsrennen sollte der junge Deutsche sich eindrucksvoll zurückmelden.

Sonntag: Dauenhauer zurück an der Spitze

Gleich am Start ging der Hendriks-Pilot in Führung und feierten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Dauenhauer kam letztlich ganze 7,791 Sekunden vor Doubek ins Ziel, der damit den Doppelsieg für das niederländische Topteam rund um Roy und Joep Hendriks perfekt machte.

“Nach der Strafe gestern war das wirklich eine Befreiung”, so der 23-jährige Heppenheimer nach dem Rennen. “Das war heute ein guter Tag für uns, weil wirklich alles perfekt lief. Das Auto war großartig und ich habe jede Runde angeführt. Ich konnte mir gar nicht mehr wünschen.”

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“Ich danke dem Team, das die ganze Zeit fokussiert geblieben ist und mir ein fantastisches Auto zur Verfügung gestellt hat. Ich freue mich jetzt auf das Rennen auf dem Circuit Zolder, eine völlig andere Strecke als Grobnik. Es ist für das Team die Heimstrecke und wir sind bereit, wieder vorne anzugreifen.”

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Platz drei ging wie schon am Vortag wieder an einen Fahrer von DF1 Racing: Diesmal war es Pilate, der für das österreichische Team Champagner versprühen durfte. Es war bereits sein viertes Top-5-Resultat in der laufenden Saison. DF1 Racing hatte noch einen Grund zum Feiern, denn Leevi Lintukanto holte den Sieg in der Rookie Trophy vor De Groot und Vortagessieger Panebianco.

Wie schon am Vortag fuhr De Groot auch gleichzeitig den Sieg in der Legend Trophy nach Hause und verwies seine Kontrahenten Sokolovskiy und Lanza auf die Plätze zwei und drei. Vortagessiegerin Loibnegger sicherte sich auch in Lauf zwei den Sieg in der Lady Trophy – ohne Konkurrenz.

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Dauenhauer reist nun mit einem Vorsprung von 33 Punkten vor Doubek ins belgische Zolder, der Heimstrecke von Hendriks Motorsport – auch wenn der Kurs in einem anderen Land liegt. Dort endet am 9. und 10. Oktober die reguläre Saison, nach der alle Fahrer ihre zwei schlechtesten Ergebnisse streichen dürfen. Das Qualifying und alle Rennen werden auf der Facebookseite von Leadlap.de / Leadlap.net übertragen.

Der Autor / Die Autoren

Frank Reipen
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