NASCAR Whelen Euro Series

EuroNASCAR in Valencia: Doppelsiege für Hezemans und Doubek

Michael Großgarten / Leadlap.de

Loris Hezemans und Martin Doubek haben vergangenes Wochenende beim NWES-Auftakt auf dem Circuit Ricardo Tormo im spanischen Valencia die Startnummer 7 von Hendriks Motorsport in allen Rennen in die Victory Lane gebracht

Das erste Rennwochenende der NASCAR Whelen Euro Series (NWES) ist in den Büchern – und das niederländische Team Hendriks Motorsport hat ein neues Kapitel aufgeschlagen: Noch nie in der Geschichte der Serie stand ein und dasselbe Fahrzeug viermal in der Victory Lane. Sowohl Loris Hezemans in der EuroNASCAR-PRO-Wertung als auch Martin Doubek in der EuroNASCAR-2-Kategorie fuhren das Fahrzeug mit der Startnummer 7 in allen Rennen auf Platz eins

Die Chronologie des Wochenendes

Das erste Rennen der Saison war der EuroNASCAR-PRO-Lauf am Samstag. Hezemans ging von der Pole-Position aus ins Rennen und übernahm auch kurzfristig die Führung. Diese verlor er jedoch bereits nach wenigen Kurven an den aktuellen Champion Alon Day, der in der Saison 2021 wieder für CAAL Racing ins Lenkrad greift.

Credits: Michael Großgarten / Leadlap.de

Für Day war es ein schwieriger Saisonstart, denn er kam aufgrund der aktuellen Situation in seinem Heimatland Israel verspätet in Valencia an. Da er das Freie Training verpasst hatte, bot ihm die NWES vor dem Qualifying ein Sondertraining von 15 Minuten an. In Anbetracht dieser Umstände hat Day mit Startplatz zwei eine starke Leistung gezeigt.

Der dreimalige Champion konnte sich nach seinem Überholmanöver nicht von Hezemans absetzen, sondern wurde direkt wieder vom jungen Niederländer unter Druck gesetzt. Durch diesen Zweikampf an der Spitze schloss Days Teamkollege Gianmarco Ercoli schnell auf das Führungsduo auf und es entbrannte ein heißer Dreikampf um die Spitze.

In der fünften Runde zog Hezemans wieder an Day vorbei, der nur wenige Kurven später die zweite Position an Ercoli verlor. Hezemans gelang es, sich von den beiden CAAL-Racing Piloten abzusetzen, die sich einen intensiven Kampf und Platz zwei lieferten. Dabei nahmen sie es mit den Track-Limits nicht so genau, weshalb beide nach dem Rennen eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekamen.

Der lachende Dritte war Nicolo Rocca in Diensten von DF1 Racing, der für sein starkes Rennen dadurch mit Platz zwei belohnt wurde. Ercoli fiel durch die Strafe auf Rang drei zurück, gefolgt von Thomas Ferrando, der in der Saison 2021 für Academy Motorsport an den Start geht. Day landete auf Platz fünf, gefolgt von Vittorio Ghirelli im Fahrzeug mit der Nummer 50 von Hendriks Motorsport.

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“Es war ein ereignisreiches und forderndes Rennen”, gab Hezemans zu Protokoll, der außerdem die schnellste Rennrunde fuhr. “Ich dachte, dass ich einen guten Start hatte, aber Alon hat von Platz zwei aus mächtig Gas gegeben. Es war an der Spitze ein toller Kampf mit Alon und auch Gianmarco, der unglaublich schnell war. Es ist großartig, wieder in der Victory Lane zu stehen und die Saison hier in Valencia mit Hendriks Motorsport an der Spitze zu beginnen. Ich hoffe, dass ich die Reifen nicht zu sehr strapaziert habe, aber ich bin mir sicher, dass wir im morgigen EuroNASCAR-PRO-Rennen wieder vorne sein werden.”

Ercolis dritter Platz in der Gesamtwertung reichte für den Sieg in der Junior Trophy, die Sonderwertung für Fahrer bis einschließlich 25 Jahren. Den zweiten Rang in dieser Wertung sicherte sich Ferrando vor Ulysse Delsaux von RDV Competition, der nach der Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 wieder zurück im Feld ist.

Not-Only-Motorsport-Fahrer Andrea Nori sicherte sich vor seinem Teamkollegen und Titelverteidiger Davide Dallara den Sieg in der Challenger Wertung. Abgerundet wurde das Podium von Henri Tuomaala in Diensten von den Iceboys-DF1-Racing.

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Doubek nimmt den Schwung aus 2020 mit

Im Samstagsrennen der EuroNASCAR 2 pilotierte Martin Doubek das Fahrzeug mit der Startnummer 7 von Hendriks Motorsport, welches nur wenigen Stunden vorher von Hezemans zum Sieg gefahren wurde.

Doubek ging von der Pole-Position aus ins Rennen, die er auch sofort in eine Führung ummünzte. In der Anfangsphase des Rennens wurde er jedoch stark von Academy-Pilot Vladimiros Tziortzis sowie Teamkollege Tobias Dauenhauer unter Druck gesetzt.

Doch Doubek fuhr ein fehlerfreies Rennen und parierte jegliche Angriffe, so dass er am Ende einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg auf dem Circuit Ricardo Tormo für sich verbuchte.

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“Es war nicht so einfach, wie es aussah, aber auch nicht so schwierig”, sagte der Rennsieger, der nach dem fordernden Rennen in Valencia außer Puste war. “Von der Pole zu starten, war der Schlüssel zum Erfolg und ich freue mich, wieder in der Victory Lane zu stehen. Ich hoffe, dass ich den Schwung, den wir haben, morgen bestätigen können. Es war zwar erst das erste Rennen der Saison, aber ich bin mir sicher, dass wir um den EuroNASCAR-2-Titel 2021 kämpfen können.”

Der zweite Platz war wesentlich härter umkämpft, denn Tziortzis und Dauenhauer lieferten sich einen spannenden Zweikampf. Zunächst wurde der Zypriot Tziortzis von Dauenhauer kassiert, doch er ließ sich aber nicht abschütteln und ging in Runde zwölf wieder am jungen Deutschen vorbei, der 2020 Zweiter in der EuroNASCAR-2-Meisterschaft wurde.

Starker Vierter wurde Pierluigi Veronesi mit seinem neuen Team Double V Racing. Dahinter folgte CAAL-Racing-Pilot Max Lanza. Mit diesem fünften Rang in der Gesamtwertung sicherte sich der Italiener zugleich auch den Sieg in der Legend Trophy, die Sonderwertung für Fahrer ab 40 Jahren.

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Ein Highlight des Rennens war der wilde Ritt von Naveh Talor. Wie auch sein Landsmann Alon Day kam Talor verspätet in Valencia an, weshalb auch er 15 Minuten Sondertraining bekam. Aufgrund eines technischen Defektes an seinem Auto von Not Only Motorsport verpasste er die Qualifikation und musste daher von Platz 23 aus das Rennen aufnehmen. Doch Talor schaffte es, 17 Positionen aufzuholen und letztlich als Sechster zu überqueren – was für die vier Bonuspunkte für die meisten gutgemachten Positionen reichte.

Yevgen Sokolovskiy von Marko Stipp Motorsport wurde Zweiter in der Legend Trophy. Er schaffte es, einen beachtlichen zehnten Rang in der Gesamtwertung zu belegen. Komplettiert wurde das das Legend-Podium von Ian Eric Waden in Diensten von DF1 Racing.

Den Sieg in der Rookie-Wertung sicherte sich Not-Only-Motorsport-Fahrer Alberto Panebianco vor Iceboys-DF1-Racing-Pilot Leevi Lintukantu und Miguel Gomes in Diensten von Marko Stipp Motorsport.

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Debütantin Alina Loibnegger belegte den 16. Gesamtrang und sicherte sich somit Platz zwei in der Lady Trophy. Die junge Österreicherin von Solaris Motorsport musste sich der erfahrenen Arianna Casoli von CAAL Racing geschlagen geben, die sich mit Gesamtrang 13 den Sieg in der Lady Trophy holte.

Der Rennsonntag

Am Sonntag nahmen zuerst die Fahrerinnen und Fahrer der EuroNASCAR-2-Meisterschaft die Strecke unter die Räder und es sollte wieder ein spannendes Rennen geben.

Wieder war es Hendriks-Motorsport-Pilot Martin Doubek, der von der Pole-Position aus ins Rennen ging. Der Tscheche, der seit 2015 fester Bestandteil der NWES ist, ging sofort in Führung und gab diese Position auch bis zum Rennende nicht mehr her.

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“Ich bin sehr glücklich”, so der erschöpfte Doubek nach dem Rennen. “Das Auto ist seit dem ersten Freien Training am Freitag perfekt. Ich kann mich auf meinen schnellen Teamkollegen Loris Hezemans und das Team, das einen sehr guten Job gemacht hat, einfach verlassen. Wir haben ein gutes Setup gefunden, das diese zwei Siege hier in Valencia so einfach aussehen lassen haben.”

Wie schon tags zuvor waren es Dauenhauer und Tziortzis, die um den zweiten Platz kämpften. Am Ende war es Dauenhauer, der 2,597 Sekunden vor Tziortzis als Zweiter die Ziellinie überquerte.

Platz vier sicherte sich Justin Kunz von DF1 Racing, der am Samstag viel Pech hatte. In aussichtsreicher Position im Vorderfeld liegend war ein Reifen seines Chevrolet Camaros geplatzt, was ihn beim Samstagsrennen ins Aus beförderte.

Komplettiert wurden die Top 5 durch Veronesi, der am Steuer seines Ford Mustangs mit der Startnummer 27 ein gelungenes Debüt für sein neues Team Double V Racing feierte. Der Italiener unterstützt in der EuroNASCAR mit seiner Aktion Sbomber Kindern in einem italienischen Krankenhaus.

Den Sieg in der Legend Trophy holte Valeri von Vict Racing nach Hause, vor Sokolovskiy von Marko Stipp Motorsport. Den dritten Rang belegte Fabrizio Armetta für The Club Motorsport.

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Wie schon am Vortag ging der Sieg in der Rookie Trophy an Panebianco von Not Only Motorsport. Mit ihm auf dem Podium standen Valeri und Gomes von Marko Stipp Motorsport, der mit diesen zwei dritten Plätzen einen soliden Einstand in der Meisterschaft feierte.

Auch das Podium der Lady Trophy war das Gleiche wie beim Samstagsrennen: Es siegte die CAAL-Racing-Pilotin Casoli vor Loibnegger von Solaris Motorsport. Die beiden lieferten sich über das ganze Rennen einen heißen Kampf um den Sieg. Loibnegger schaffte es sogar, kurz an Casoli vorbeizukommen, wurde dann aber von der erfahrenen NWES-Veterin auf Platz zwei der Sonderwertung verbannt.

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Loris Hezemans wieder an der Spitze

Als letztes Rennen des Wochenendes stand der zweite Lauf in der EuroNASCAR-PRO-Meisterschaft auf dem Programm.

Polesitter Hezemans tat es seinem Teamkollegen Doubek gleich und fuhr den Ford Mustang mit der Startnummer 7 vom Team Hendriks Motorsport in die Victory Lane. Damit rundete er ein perfektes Wochenende für das niederländische Team ab.

Es war sein neunter Sieg in der EuroNASCAR insgesamt und sein dritter auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia. Nun liegt Hezemans nur noch einen Sieg hinter dem zweimaligen NWES-Champion Anthony Kumpen, der in der ewigen Bestenliste mit zehn Siegen auf Platz vier liegt.

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“Wir haben wirklich genau da weitergemacht, wo wir vergangenes Jahr aufgehört haben”, so Hezemans, der im Jahr 2020 das letzte Saisonrennen in Valencia gewonnen hat. “Ich bin über das Ergebnis sehr glücklich und ich freue mich schon auf das nächste Rennen. Natürlich kämpfte ich um meinen zweiten Meisterschaftsring. Wenn ich ins Auto steige, möchte ich gewinnen und ich denke, dass wir, was das Setup angeht, vorne dabei sind. Schauen wir mal, wie sich die Saison entwickelt, denn jede Strecke ist anders. Wir sind aber auf jeden Fall vorne mit dabei.”

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Das Rennen begann turbulent, denn Hezemans wurde von CAAL Racing Rückkehrer Alon Day heftig attackiert. Nach einem Kontakt mit Hezemans in der ersten Runde, rumpelte der israelische Titelverteidiger durchs Kiesbett, was ihn am Ende auf Platz 19 zurück spülte. Somit erbte Days Teamkollege Gianmarco Ercoli die zweite Position und behielt diese bis zum Schluss inne. Der Italiener unterstrich damit seine Ambitionen im Kampf um den Meisterschaftstitel in der Saison 2021.

Ein wenig überraschend, aber dennoch sehr eindrucksvoll, belegte Sebastiaan Bleekemolen vom Team Bleekemolen Rang drei, gefolgt von Hezemans Teamkollegen Ghirelli und Rocca von DF1 Racing, der erneut ein solides Rennen fuhr.

Mit seinem zweiten Gesamtrang sicherte sich Ercoli auch den Sieg in der Junior Trophy vor Academy-Motorsport-Fahrer Thomas Ferrando und Giorgio Maggi, einem weiteren Fahrer aus dem Kader von Hendriks Motorsport.

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Bleekemolen wurde nicht nur Gesamt-Dritter, sondern somit auch Sieger der Challenger Trophy vor Fabrizio Armetta von The Club Motorsport und Dario Caso von Vict Motorsport.

Nicht nur dass alle vier Rennen von ein und demselben Fahrzeug gewonnen wurden, alle vier Läufe gingen ohne eine einzige FCY, also Gelbphase, über die Bühne, was ebenfalls eine Seltenheit darstellt.

Hezemans und Doubek reisen mit jeweils 80 Punkten im Gepäck zu den nächsten Rennen, welche am 19. und 20. Juni im tschechischen Most ausgetragen werden.
Das Qualifying und alle Rennen werden live auf der Facebookseite von Leadlap.de / Leadlap.net übertragen.

Credits: Michael Großgarten / Leadlap.de

Der Autor / Die Autoren

Frank Reipen
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