IndyCar, International

IndyCar-Newsflash: Ericsson siegt in Nashville, Lundgaard vor Debüt

Chris Owens

Marcus Ericsson gewinnt nach spektakulärer Flugeinlage vor Teamkollege Scott Dixon im Chaos von Nashville – Penske-Piloten kollidieren mehrfach untereinander – Pato O’Ward sichert sich die Pole Position in Indianapolis – Christian Lundgaard feiert sein IndyCar-Debüt

Auf den Straßenkursen der IndyCar Series scheint sich Marcus Ericsson pudelwohl zu fühlen. Nach seinem Detroit-Sieg und zwei Top-10-Ergebnissen, gewann der Chip-Ganassi-Pilot – trotz eines spektakulären Auffahrunfalls mit Sebastien Bourdais ( A.J. Foyt Enterprises) – bei der Premiere in der Music City. 

Hinter Ericsson reihte sich Teamkollege Scott Dixon ein, der nach einem späten Restart keinen Weg am Schweden vorbei fand. James Hinchcliffe (Andretti Steinbrenner Autosport) feierte unterdessen sein erstes Podium seit dem Iowa-Grand-Prix am 21. Juni 2019. 

Ericsson gewinnt trotz Flugeinlage und anschließender Strafe

Ericsson, der von Startplatz 18 ins Rennen ging, machte nach der ersten Caution in Runde 4 zunächst unrühmlich auf sich aufmerksam. Der Schwede rauschte beim Restart ins Heck von Sebastien Bourdais und stieg am Heck des Franzosen auf. „Air-icsson“ landete jedoch auf allen vier Rädern und konnte das Rennen nach einem Flügelwechsel und anschließender Strafe für die Kollision fortsetzen.

Es dauerte allerdings bis zur Gelbphase in Runde 31, bis der Schwede – profitierend von den vielen Cautions – die Führung von Langzeit-Leader Colton Herta (Andretti Autosport) übernahm. Letztlich gelang es Ericsson, sein Missgeschick zu Rennbeginn in einen Vorteil bei der Boxenstopp-Strategie umzuwandeln und so seinen zweiten Saisonerfolg zu feiern.

Dominator Herta scheidet nach Fahrfehler aus

Herta, der bereits in der Qualifikation seine Stärke in Nashville zeigte und die Konkurrenz um eine halbe Sekunde distanzierte, dominierte das Renngeschehen lange Zeit nach Belieben. Jedoch spielten dem US-Boy und seiner Boxenstopp-Strategie die vielen Cautions alles andere als in die Karten. 

Folglich ließ Herta gegen Rennende nichts unversucht, um mit frischeren Reifen und mehr Restbenzin an Bord, Ericsson wieder einzukassieren. Dabei unterlief Herta jedoch sechs Runden vor Schluss ein kapitaler Fahrfehler, der auf dem unverzeihlichen Straßenkurs das Ende für den Andretti-Autosport-Piloten bedeutete.

Penske-Fahrer machen sich gegenseitig das Leben schwer

Team Penske brachte sich währenddessen größtenteils untereinander um Siegchancen. Zwar beendete Josef Newgarden das Rennen trotz verbogener Aufhängung (als Folge einer Kollision mit Graham Rahal) noch auf Position zehn, doch blieb er damit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Will Power, Scott McLaughlin und Simon Pagenaud hingegen sorgten für zwei Gelb- bzw. eine Rotphase und reichlich Ärger bei Teamchef Roger Penske. Bei einem der zahlreichen Restarts kollidierte in Runde 20 zunächst Power mit Pagenaud. Diese Kollision führte mit insgesamt elf involvierten Fahrzeugen zu einer regelrechten Straßensperre und sorgte schließlich für eine rote Flagge.

Doch damit nicht genug: Im letzten Renndrittel war es erneut Power, der die „ultimative Sünde“ im Motorsport beging und diesmal Teamkollege McLaughlin in einen Dreher schickte. Ein ungeschickter Auftritt des Champions der Saison 2014, der intern für Diskussionsstoff gesorgt haben wird.

IndyCar kehrt zurück nach Indianapolis – O’Ward auf Pole Position bei Lundgaard-Debüt

Bereits am 14. August geht die IndyCar Series in ihre nächste Runde. Zum dritten Mal in dieser Saison geht es für Teams und Fahrer dabei nach Indianapolis. Nachdem es bereits im Mai zum Rennen auf der Grand-Prix-Strecke und zum Indy 500 kam, kommt es nun zum zweiten Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs. 

Pato O’Ward (McLaren SP) und Power belegen dabei, nach einem spannenden Qualifying, Startreihe 1 vor Romain Grosjean (Dale Coyne Racing) und Formel-2-Nachwuchstalent Christian Lundgaard (Rahal Letterman Lanigan Racing). Dem fünftplatzierten Colton Herta fehlten am Ende gerade einmal 0,048 Sekunden auf Polesitter O’Ward. 

Christian Lundgaard sorgte mit Startplatz vier für eine faustdicke Überraschung – Foto: Chris Jones

Lundgaard übernimmt in Indianapolis das Cockpit von Santino Ferrucci mit der Startnummer 45. Der erst 20 Jahre alte Däne ist Entwicklungsfahrer des französischen Formel-1-Teams von Alpine und wird vorerst, aufgrund von Terminüberschneidungen mit der Formel 2, nur bei diesem Rennen starten. Mit kaum Vorbereitungszeit und Platz vier in der Qualifikation, setzte Lundgaard jedoch auf Anhieb ein gewaltiges Ausrufezeichen.

Der zwölfte Saisonlauf der IndyCar Series startet am Samstagabend um 18:45 Uhr (MEZ). Motorvision TV überträgt das Rennen live im Pay-TV ab 18:25 Uhr.

Der Autor / Die Autoren

Redakteur | + posts