Licht und Schatten nach Portland: Jubel bei VeeKay und Hauger, Motoren-Frust bei Meyer Shank Racing
Rinus VeeKay mischt mit Juncos Hollinger Racing die IndyCar-Elite auf, während Dennis Hauger in Portland endlich aufatmen durfte – Für Marcus Armstrong ging die Honda-Pechsträhne vor dem anstehenden Stadtrennen in Markham weiter
Beim IndyCar-Rennen auf dem Portland International Raceway haben die Akteure abseits der traditionellen Topteams für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Während Rinus VeeKay für Juncos Hollinger Racing mit einem starken vierten Platz einmal mehr die Dominanz der vier Großmächte durchbrach und Dale-Coyne-Rookie Dennis Hauger seine monatelange Durststrecke beendete, erlebte Marcus Armstrong mit seinem dritten Motorschaden innerhalb von vier Läufen ein erneutes technisches Debakel. Mit diesen extremen Vorzeichen reist das Feld nun direkt weiter zum anstehenden Stadtrennen im kanadischen Markham.
Was Rinus VeeKay in der laufenden Saison im Dallara-Chevrolet mit der Startnummer 76 abreißt, lässt sich längst nicht mehr als glücklicher Zufall abtun. Der 25-jährige Niederländer fuhr in sieben Rennen viermal in die Top 6, glänzte als Sechster beim Indianapolis 500 und lieferte in Oregon bereits seinen dritten vierten Platz des Jahres ab. Als Gesamtzehnter rangiert er als einziger Pilot außerhalb von Penske, Ganassi, McLaren und Andretti in der Elitegruppe der Meisterschaft.
„Ja, wir hatten einen wirklich guten Tag“, bilanzierte VeeKay das Geschehen gewohnt abgeklärt. „Vorne zu starten hilft ungemein, denn dadurch muss man nicht allzu viele Risiken eingehen, die sich am Ende womöglich nicht auszahlen. Wir hatten eine klare Vorstellung von unserer Strategie, sind am Start ruhig geblieben und haben uns aus allem Ärger herausgehalten.“
Den Grundstein für das Spitzenergebnis legte auch die Boxencrew von Juncos Hollinger Racing, die den Niederländer im letzten Durchgang an den Andretti-Piloten Marcus Ericsson und Kyle Kirkwood vorbeischleuste.
VeeKay sieht die jüngsten Erfolge vor allem in intensiver Setup-Arbeit begründet: „Ein großes Lob an die Boxencrew, die mich nach vorne gebracht hat. Es ist großartig, Chevy dort oben zu halten. Ich glaube, wir haben unser Rundkurs-Auto jetzt endlich verstanden. Mein Test in Mid-Ohio hat unserem Programm einen gewaltigen Schub gegeben und uns gezeigt, was wir nach dem harten Wochenende in Road America dringend ändern mussten.“
Mit Blick auf das kommende Wochenende und die Schlussphase des Jahres strotzt der Niederländer vor Selbstvertrauen. „Wir fangen zu diesem Zeitpunkt der Saison wirklich an, die Dinge zusammenzufügen“, kündigte VeeKay an. „Nach den zwei neuen Stadtkursen steht auch noch der Doubleheader in Milwaukee an, worauf wir uns extrem freuen. Das sollte jede Menge Spaß machen.“

Einen spürbaren Befreiungsschlag feierte in Portland auch Hauger im Lager von Dale Coyne Racing. Nachdem der amtierende IndyNXT-Champion furios mit Startplatz drei in St. Petersburg in sein Premierenjahr gestartet war, folgten nach einem soliden achten Rang beim Indianapolis-Grand-Prix vier zähe Enttäuschungen mit den Positionen 25, 20, 25 und 21. Mit dem Einzug in das Fast-12-Qualifying und einem kämpferischen 13. Rang im Rennen stoppte der Norweger den Abwärtstrend.
„Das war ein schönes Ergebnis, gut für unsere Punkte und gut, um das Momentum wieder in die richtige Richtung zu lenken“, atmete der Führende der Rookie-Wertung sichtlich auf. „Das Team hat echten Kampfgeist bewiesen, nachdem wir das erste Training wegen technischer Probleme komplett verloren hatten. Nach so einem Rückschlag in die Fast-12 zu fahren und 13. zu werden, ist ein echter Erfolg, auf dem wir für einen starken Saisonabschluss aufbauen können.“
Völlig konträr gestaltete sich die Gemütslage derweil in der Box von Meyer Shank Racing, wo Armstrong im Honda mit der Startnummer 66 vom Pech verfolgt wird. Nach Platz neun auf dem World Wide Technology Raceway lag der Neuseeländer noch punktgleich mit Marcus Ericsson auf Gesamtrang zehn, ehe eine verheerende Serie von Motorendefekten seine Saison aus der Bahn warf.

Ein Schaden am Triebwerk bei Siegchancen in Road America, Rang 14 in Mid-Ohio, ein weiterer Motordefekt auf dem Nashville Superspeedway und der dritte Kollaps in Portland spülten Armstrong auf Platz 15 des Gesamtklassements zurück. Während sein scheidender Teamkollege Felix Rosenqvist im Schwesterauto von der Pole-Position auf Rang zwei fuhr, stand Armstrong erneut mit leeren Händen da.
„Ich fühle mich einfach schlecht für mich selbst und für das gesamte Team“, zeigte sich Armstrong nach dem erneuten Ausfall niedergeschlagen. „Wir haben so viel harte Arbeit hineingesteckt, das kann man kaum glauben, und wir hatten eigentlich ein großartiges Wochenende. Aber drei Motorschäden in vier Rennen sind extrem bitter. Es fühlte sich ganz ähnlich an wie in Road America, fast wie ein Überdruck-Problem. Wir müssen der Sache auf den Grund gehen und in Kanada stark zurückschlagen.“
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Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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