Ross Chastain ehrt Kyle Busch nach Abbruch-Sieg in der O’Reilly Series

Ross Chastain ehrt Kyle Busch nach Abbruch-Sieg in der O’Reilly Series
Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Ross Chastain gewann das verregnete Rennen der O’Reilly Series in Charlotte nach einem Abbruch wegen dichten Nebels und Regen – Der Amerikaner entkam zuvor eine gefährliche Ölspur und ehrte den verstorbenen Kyle Busch

Es war ein Rennen, das einfach keine Fahrt aufnehmen wollte: Anhaltender Regen und tief hängender Nebel beim Rennwochenende in Charlotte verkürzten den Lauf der O’Reilly Series auf zwei Segmente, aus dem am Ende Ross Chastain als Sieger hervorging.

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Für den Piloten aus Florida, der den Spitznamen „Watermelon Man“ trägt, war es der erste Sieg in der zweiten NASCAR-Liga seit 2019. In seinem Chevrolet mit der Startnummer 9 von JR Motorsports überstand Chastain die schwierigen Bedingungen – geprägt von Regen, einer tückischen Ölspur und einem leichten Mauerstreifer –, um am Ende in die Victory-Lane einzufahren.

Der Lauf der O’Reilly Series wurde bereits in Runde 26 durch eine sogenannte Competition-Caution eingebremst. Diese war im Vorfeld ausgerufen worden, um den Teams Einstellungsmöglichkeiten zu gewähren, da sowohl das Qualifying als auch das freie Training buchstäblich ins Wasser gefallen waren. 

Nach dem Fallen der gelben Flagge musste das Rennen aufgrund des Regens für insgesamt vier Stunden und 21 Minuten unterbrochen werden. Als das Feld schließlich wieder auf die Strecke durfte, brach die Rennleitung den Lauf mit der Vollendung der zweiten Stage endgültig ab und erklärte Chastain zum Sieger.

Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir auf diese Weise gewinnen würden – nachdem wir auf einer Flüssigkeit in die Mauer gerutscht sind“, sagte Chastain. „Keine Ahnung, was das war. Ich bin ganz normal in Kurve 1 gefahren, und plötzlich war da etwas auf der Strecke. Aber egal, wie wir gewinnen: Ich habe das Gefühl, dass wir am Ende ohnehin noch einmal mit ihnen hätten mithalten können.“

Gedenken an Kyle Busch

Chastains Gedanken richteten sich jedoch schnell auf die Abwesenheit von Champion Kyle Busch, der am Donnerstag im Alter von 41 Jahren an einer plötzlichen Krankheit verstorben war.

„An diesem Wochenende ist es einfach unbegreiflich, den Verlust von Kyle zu verarbeiten“, erklärte Chastain. „Ich verstehe nicht, wie er nicht mehr hier sein und Rennen fahren kann. Ich kann es weder mental noch spirituell fassen. Aber natürlich ist der Rennsport das Beste, was wir tun können, um zu würdigen, was er für diesen Sport und in seinem Leben geleistet hat.“

Der amtierende Champion der O’Reilly Series, Jesse Love, der wie Busch in der NASCAR Cup Series für Richard Childress Racing (RCR) fährt, lag zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem zweiten Platz.

„Wenn uns diese Woche eines gelehrt hat, dann, dass all das hier nicht so wichtig ist, wie wir oft glauben“, sagte Love. „So wütend, verwirrt und verärgert ich auch über den Rennausgang bin, so sehr wird mir auch bewusst, dass es im Moment unzählige Menschen gibt, die tiefen Schmerz empfinden.“

Foto: NASCAR Media / David Jensen/Getty Images

Gelbphasen und Chaos in Stage 2

Mehrere Gelbphasen prägten die zweite Stage nach der Regenunterbrechung. Das wirkliche Chaos brach jedoch in Runde 73 aus, als gleich acht Autos – darunter auch Chastain – auf einer Flüssigkeit ausrutschten, die der Chevrolet mit der Nummer 35 von Dawson Cram auf der Strecke hinterlassen hatte. Chastain konnte seinen Wagen mit scheinbar minimalem Schaden abfangen. Andere Fahrer hatten weniger Glück.

Zu den Opfern der öligen Piste gehörten der Führende der Meisterschaft, Justin Allgaier, sowie Sheldon Creed, Taylor Gray und Jeremy Clements. Allgaier blieb nach wiederholten Reparatur-Stopps an der Box zwar in der Führungsrunde, beendete das Rennen aber auf Platz 29. Die letzten 18 Runden wurden unter Gelb absolviert, da Nieselregen und Nebel die Strecke erneut befeuchteten und den Spottern auf der Tribüne gänzlich die Sicht nahmen.

Austin Hill, Loves Teamkollege bei RCR, wurde Dritter, gefolgt von William Sawalich und Corey Day. Connor Zilisch, Ryan Sieg, Cole Custer, Carson Kvapil und Rajah Caruth komplettierten die Top 10. Damit konnte JR Motorsports gleich drei Fahrer in den ersten Zehn platzieren.

Als alles vorüber war, verbeugte sich Chastain vor den Rängen – eine Geste, die Kyle Buschs typischem Siegesjubel nachempfunden war –, bevor er auf dem Dach seines Wagens sein eigenes Markenzeichen zelebrierte: das Zerschmettern einer Wassermelone.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.