Petit Le Mans 2025: Cadillac siegt im Finale, Porsche feiert GTP-Titel nach Last-Minute-Drama
Matthieu Jaminet und Matt Campbell sicherten Porsche in Road Atlanta den zweiten GTP-Titel in Folge – Action Express Racing gewann nach einer Aufholjagd das IMSA-Saisonfinale 2025
Action Express Racing hat mit seinem Cadillac V-Series.R das Saisonfinale der IMSA 2025 gewonnen, doch die Meisterfeier in der GTP-Klasse stieg bei Porsche. Während Jack Aitken, Earl Bamber und Frederik Vesti im Cadillac mit der Startnummer 31 den Sieg beim 10-Stunden-Rennen sicherten, reichte Mathieu Jaminet und Matt Campbell im Porsche 963 mit der Startnummer 6 ein dritter Platz, um den Fahrer- und Teamtitel für Penske-Porsche zu sichern.
Der Weg zum Sieg war für die Cadillac-Mannschaft von Action Express alles andere als einfach. Ein kurioser Reifenschaden am rechten Hinterrad, verursacht durch ein Streckenreinigungsfahrzeug, warf das Trio in der Anfangsphase zurück. Doch mit einer fehlerfreien Aufholjagd kämpfte sich das Team zurück an die Spitze und profitierte von einer über drei Stunden langen Grünphase zum Rennende, um den Sieg nach Hause zu fahren.
Unruhe vor dem Start
Bei den neuen Champions von Porsche herrschte schon vor dem Start etwas Unruhe. Julien Andlauer, der als dritter Fahrer für den Start im Endurance-Cup vorgesehen war, musste nur wenige Stunden vor Rennbeginn aus medizinischen Gründen passen.
In dieser brenzligen Situation sprang Laurens Vanthoor, der eigentlich im Schwesterauto #7 gemeldet war, spontan ein und fuhr einen Doppeleinsatz in beiden Porsche 963. „Es war ein ziemlich einzigartiger Tag“, so Vanthoor. „Ich wollte Matt, Mathieu und dem Team einfach helfen.“ Die Entscheidung, Vanthoor in beiden Autos einzusetzen, stellte das Team vor eine logistische Herausforderung bezüglich der Mindest- und Maximalfahrzeiten.
Im Rennen verfolgten Jaminet und Campbell eine auf Sicherheit bedachte Strategie. Anstatt den Sieg um jeden Preis zu jagen, konzentrierten sie sich darauf, das Auto fehlerfrei ins Ziel zu bringen und die Meisterschaft abzusichern. „Uns wurde schnell klar, dass der Sieg nicht das Hauptziel ist“, erklärte Jaminet.
Enger Kampf in GTD-Pro
In der GTD-Pro-Klasse ging der Klassensieg an den BMW M4 GT3 EVO von Paul Miller Racing. Das Trio Max Hesse, Dan Harper und Connor De Phillippi zeigte eine dominante Leistung und gewann souverän. Der Meistertitel wanderte jedoch zu Corvette Racing by Pratt Miller Motorsports: Antonio Garcia und Alexander Sims reichte im Chevrolet mit der Startnummer 3 ein dritter Platz, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden.
Dennoch war es eine knappe Entscheidung, da sie das Rennen vor dem 81# Dragon Speed Ferrari beenden mussten, da der Punkteunterschied nach dem Qualifying gerade einmal 13 Punkte betrug. Für Routinier Garcia war es der bereits fünfte Fahrertitel in der IMSA, ein neuer Rekord.
Die GTD-Klasse wurde von Ferrari dominiert. AF Corse feierte mit der #21 von Simon Mann, Alessandro Pier Guidi und Lilou Wadoux einen souveränen Sieg vor dem Schwesterauto von Triarsi Competizione. Wadoux schrieb dabei Geschichte als erste Frau seit Liz Halliday im Jahr 2005, die einen Klassensieg beim Petit Le Mans erringen konnte.
Der Titelkampf wurde hier bereits in der ersten Runde entschieden: Ein Massencrash im Bereich der „Esses“ nahm mehrere Titelanwärter aus dem Rennen. Dieser frühe Zwischenfall krönte Russell Ward und Philip Ellis im #57 Mercedes-AMG von Winward Racing zum zweiten Mal in Folge zu den Champions der Klasse.
Das Saisonfinale auf der Michelin Raceway Road Atlanta war auch abseits der Strecke ein voller Erfolg. IMSA-Präsident John Doonan vermeldete ein erstmals in der 28-jährigen Geschichte des Events „komplett ausverkauftes“ Haus. Die starken Leistungen des Aston Martin Valkyrie (Platz 2) und des Lamborghini SC63 (Platz 4) in der GTP-Klasse rundeten ein spannendes Finale ab, bevor der italienische Prototyp vorerst von der Rennstrecke verschwindet.
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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.





